Samsung, Electro-Mechanics

Samsung Electro-Mechanics Aktie: Rekordgewinn dank KI

Veröffentlicht am: 28.10.2026 um 16:27 Uhr | Redaktion boerse-global.de
KI-Komponenten treiben Umsatz und operativen Gewinn auf HöchststĂ€nde; fĂŒr das vierte Quartal erwartet das Management weiteres Umsatzwachstum.
Hochtechnologische elektronische Komponenten und Silizium-Wafer in einer modernen Laborumgebung mit kĂŒhler Beleuchtung. Illustration mit AI erstellt.

Der Zulieferer verdient so viel wie nie zuvor. Im dritten Quartal 2026 schnellte der operative Gewinn von Samsung Electro-Mechanics um 165 Prozent in die Höhe, getrieben von Bauteilen fĂŒr KI-Rechenzentren. Die Aktie legte am Mittwoch in Seoul zeitweise bis zu rund 9 Prozent zu, auch weil der gesamte koreanische Markt RĂŒckenwind hatte.

Marge springt auf 18,4 Prozent

Der Umsatz stieg um 30 Prozent auf 3,76 Billionen Won, der operative Gewinn erreichte 691 Milliarden Won. Beides sind Höchstwerte der Firmengeschichte. Die operative Marge kletterte auf 18,4 Prozent, rund 9 Prozentpunkte mehr als vor einem Jahr.

Der Umsatz blieb leicht unter der Markterwartung, der Gewinn ĂŒbertraf sie. Anleger honorierten die QualitĂ€t der Zahlen, nicht die kleine UmsatzlĂŒcke von etwa 0,9 Prozent. Das Management betonte zudem, das Ergebnis sei trotz ungĂŒnstiger Wechselkurse zustande gekommen.

Treiber waren zwei Sparten. Die Komponentensparte mit den Vielschicht-Keramikkondensatoren (MLCC) wuchs um 36 Prozent, die Sparte fĂŒr Chip-GehĂ€usesubstrate sogar um 58 Prozent. Die Kamerasparte schwĂ€chelte dagegen gegenĂŒber dem Vorquartal, vor allem wegen schwacher Smartphone-Nachfrage.

LangfristvertrÀge sichern die Nachfrage

Der Ausblick klingt selbstbewusst. FĂŒr das vierte Quartal erwartet der Vorstand einen weiteren krĂ€ftigen Umsatzsprung, obwohl das Schlussquartal sonst meist schwĂ€cher ausfĂ€llt. Die GrĂŒnde: ein besserer Produktmix und steigende Verkaufspreise bei knappem Angebot.

Die Finanzchef-Aussage zu den MLCC-VertrÀgen ist besonders relevant. Mit rund 50 Kunden hat der Konzern Langfristvereinbarungen geschlossen oder verhandelt sie. Sie sollen mehr als die HÀlfte des MLCC-Umsatzes 2027 abdecken. Das schafft Planungssicherheit, soll aber auch die Auslastung der Fabriken verbessern.

Den technischen Hintergrund liefert das Management selbst: Die Zahl der Chips pro KI-Beschleuniger steigt, damit wĂ€chst der Strombedarf und mit ihm der Kondensatorbedarf je Prozessor. FĂŒr ein SchlĂŒsselprodukt rechnet der Konzern 2027 mit etwa achtfacher Nachfrage.

Investitionen steigen

Der Preis des Wachstums sind höhere Ausgaben. Die Investitionen 2026 fallen wegen vorgezogener GrundstĂŒckskĂ€ufe und Infrastruktur höher aus als geplant. Allein der Ausbau der SubstratkapazitĂ€ten in Sejong, Busan und Vietnam umfasst 6,8 Billionen Won. Die schrittweise Massenproduktion startet 2027, nennenswerte UmsĂ€tze erwartet das Unternehmen ab 2028. Ein neues MLCC-Werk auf den Philippinen soll im kommenden Jahr anlaufen.

FĂŒr 2027 stellt das Management ab dem ersten Quartal in jedem Quartal Wachstum und ein weiteres Rekordjahr in Aussicht. Die Aktie notiert nach dem Sprung bei rund 1,3 Millionen Won, deutlich unter dem Jahreshoch von etwa 2,4 Millionen Won.

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