SanDisk: Quartalszahlen am 5. August entscheidend
Veröffentlicht am: 31.07.2026 um 17:16 Uhr | Redaktion boerse-global.de
SanDisk springt an diesem Freitag um mehr als 8 Prozent nach oben. Der Kurs klettert auf 1.200 Euro. Grund ist die Vorfreude auf einen Termin, der über die Zukunft der Aktie entscheiden könnte: Am 5. August legt der Speicherchip-Hersteller seine Zahlen zum vierten Geschäftsquartal vor.
Der Sprung nach oben kommt nach einem brutalen Monat. Binnen 30 Tagen hat die Aktie fast 33 Prozent verloren. Erst am Mittwoch markierte sie mit 870 Euro ein neues Jahrestief. Trotzdem liegt der Titel damit rund 42 Prozent unter seinem Rekordhoch von 2.060 Euro, das erst Ende Juni erreicht wurde. Die Kursschwankungen der vergangenen 30 Tage fallen mit einer annualisierten Volatilität von über 169 Prozent extrem hoch aus.
Der Termin, auf den alle warten
SanDisk hat die Telefonkonferenz zum vierten Geschäftsquartal für Mittwoch, den 5. August, angesetzt. Die Erwartungen sind hoch. Das Unternehmen selbst rechnet mit einem Umsatz zwischen 7,75 und 8,25 Milliarden Dollar. Der Mittelwert würde einem Wachstum von rund 34 Prozent gegenüber dem Vorquartal entsprechen.
Beim Gewinn je Aktie peilt das Management 30 bis 33 Dollar an. Der Analysten-Konsens von FactSet liegt mit 34,67 Dollar spürbar darüber. Diese Lücke zwischen eigener Prognose und Marktschätzung lässt Raum für Enttäuschung — selbst wenn SanDisk die eigene Guidance technisch übertrifft.
Das Vorquartal hat die Messlatte hoch gelegt. Der Umsatz erreichte 5,95 Milliarden Dollar, deutlich über den erwarteten 4,73 Milliarden. Der Gewinn je Aktie lag mit 23,41 Dollar um fast 60 Prozent über den Schätzungen. Das Datacenter-Geschäft wuchs im Jahresvergleich um 645 Prozent.
Auch die Marge machte einen Sprung. Sie stieg von 22,5 Prozent im Vorjahresquartal auf 78,4 Prozent. Der freie Cashflow summierte sich auf knapp 3 Milliarden Dollar. SanDisk tilgte zudem Schulden im Umfang von 650 Millionen Dollar und steht damit ohne langfristige Verbindlichkeiten da. Parallel genehmigte der Vorstand ein Aktienrückkaufprogramm.
Lieferverträge als Kurstreiber
Ein zweiter Blickwinkel dürfte am Berichtstag mindestens genauso wichtig werden: die langfristigen Lieferverträge mit großen Cloud-Kunden. Mehr als ein Drittel der für das Geschäftsjahr 2027 geplanten Bit-Produktion ist bereits über sogenannte New-Business-Model-Vereinbarungen fest gebunden.
SanDisk hat bislang fünf solcher mehrjährigen Verträge mit verbindlichen finanziellen Zusagen unterschrieben. Jede weitere Vereinbarung dieser Art fixiert Preise und Volumen im Voraus. Das nimmt dem zyklischen Preisrisiko die Schärfe, das Speicherchip-Aktien historisch belastet hat. Wie viele neue Abschlüsse SanDisk am 5. August präsentiert, dürfte für Investoren einer der entscheidenden Punkte werden.
Kurz nach den Zahlen folgt ein weiterer wichtiger Termin: Am 13. August veranstaltet SanDisk seinen Investorentag. Erst dort dürfte sich zeigen, ob die Analystenschätzungen näher an die eigene Guidance heranrücken oder ob der Kurs sich weiter Richtung Konsens bewegt.
Bewertung nach dem Ausverkauf
Der Kurssturz der vergangenen Wochen hat das Bewertungsbild komplett verändert. Auf Basis der Gewinne der vergangenen zwölf Monate hätte die Aktie zuletzt mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 35 gehandelt. Legt man stattdessen die FactSet-Schätzung von 66,87 Dollar Gewinn je Aktie für das Geschäftsjahr 2026 zugrunde, sinkt die Kennzahl auf etwa 15. Diese Diskrepanz treibt unter Analysten die Debatte an, ob der Rückschlag übertrieben war oder eine notwendige Korrektur nach einer außergewöhnlichen Rally darstellt.
Die Stimmung unter den Analysten bleibt trotz der Turbulenzen mehrheitlich positiv. Von 22 Analysten, die die Aktie abdecken, vergeben drei ein "Strong Buy", 15 ein "Buy", drei ein "Hold" und nur einer ein "Sell". Auch auf Prognosemärkten wie Polymarket rechnen Trader mit hoher Wahrscheinlichkeit — knapp 90 Prozent — mit einem weiteren Übertreffen der Erwartungen.
Mit einem RSI von 45 zeigt der Indikator derzeit weder überkaufte noch überverkaufte Bedingungen an. Die Marktkapitalisierung liegt bei umgerechnet rund 130,5 Milliarden Euro. Der Bericht am 5. August wird zeigen müssen, ob die operative Stärke des Unternehmens ausreicht, um nach einem der turbulentesten Monate seit dem Börsengang wieder Vertrauen aufzubauen.
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