Santander, Aktie

Santander Aktie: Gewinnplus, trotzdem Kursverlust

Veröffentlicht am: 28.10.2026 um 13:59 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der bereinigte Quartalsgewinn lag über den Erwartungen, während Risikovorsorge und Integrationskosten den Nettogewinn belasteten.
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Santander hat heute einen kräftigen Anstieg des bereinigten Quartalsgewinns gemeldet und die Analystenerwartungen übertroffen. Gleichzeitig belasten höhere Kreditrisikovorsorgen und Sonderkosten das Ergebnis. Die Jahresziele stehen unverändert. Für Anleger ergibt sich damit ein gemischtes Bild: Das laufende Geschäft wächst deutlich, der ausgewiesene Gewinn hält damit aber nicht Schritt.

Starkes Geschäft, schwächerer Nettogewinn

Im dritten Quartal 2026 erreichte der zugrunde liegende Gewinn laut Reuters 3,85 Milliarden Euro. Analysten hatten 3,75 Milliarden Euro erwartet.

Entscheidend ist die Trennung zwischen laufendem Geschäft und Sonderbelastungen. Während Santander operativ zulegte, drückten Wertminderungen und Restrukturierungskosten auf das ausgewiesene Ergebnis. Sie standen überwiegend im Zusammenhang mit der Integration von Webster.

Der zurechenbare Nettogewinn sank um 2 Prozent auf 3,43 Milliarden Euro. Auch damit übertraf Santander die von Reuters genannte Analystenschätzung von 3,23 Milliarden Euro.

Die positive Überraschung beim Gewinn reicht heute nicht für Kursgewinne: Die Santander-Aktie verliert -4,4%. Aus den Geschäftszahlen allein lässt sich dieser Rückgang allerdings nicht eindeutig erklären.

Die Sonderbelastungen summierten sich im Quartal auf 416 Millionen Euro. Zugleich stiegen die Netto-Kreditrisikovorsorgen um 22 Prozent auf 3,49 Milliarden Euro.

Damit stehen hinter der Differenz zwischen operativer Stärke und ausgewiesenem Ergebnis unterschiedliche Belastungen. Integrationskosten betreffen den Umbau nach Übernahmen. Die gestiegene Risikovorsorge lenkt den Blick dagegen auf mögliche Kreditausfälle und damit auf die Qualität des laufenden Geschäfts.

Regionale Unterschiede und breitere Kundenbasis

Reuters zufolge stieg der Quartalsgewinn in den USA um 48 Prozent und in Großbritannien um 40 Prozent. In Brasilien sank er wegen höherer Rückstellungen dagegen um 15 Prozent.

Die regionale Entwicklung fällt somit deutlich auseinander. Das Wachstum in den USA und Großbritannien nach Übernahmen steht einer Belastung in Brasilien gegenüber. Für die Einordnung des Konzerngewinns ist deshalb nicht nur dessen Höhe wichtig, sondern auch seine Zusammensetzung.

Über die ersten neun Monate meldete Santander einen bereinigten Rekordgewinn von 11,176 Milliarden Euro. Das entspricht einem Zuwachs von 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Auch die Kundenbasis wurde breiter. Nach Unternehmensangaben gewann Santander innerhalb eines Jahres 17 Millionen Kunden hinzu und erreichte insgesamt 189 Millionen.

Die Neunmonatsbilanz stützt damit die operative Wachstumsbotschaft des Quartals. Beim ausgewiesenen Ergebnis erschweren allerdings gegenläufige Sondereffekte den Vergleich: Ein Veräußerungsgewinn aus dem Polen-Verkauf erhöhte den Gewinn, während Integrationskosten ihn teilweise aufzehrten.

Jahresziele bleiben bestehen

Santander bekräftigte heute für 2026 ein Umsatzwachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich und sinkende Kosten in konstanten Euro. Der Gewinn soll das Vorjahresniveau übertreffen.

Bei der harten Kernkapitalquote CET1 peilt die Bank weiterhin 12,8 bis 13 Prozent an. Ende September lag sie nach der Webster-Übernahme bei 12,7 Prozent.

Für Anleger stehen damit zwei Prüfsteine im Vordergrund: Santander muss das operative Wachstum trotz höherer Risikovorsorge fortsetzen und zugleich die bestätigten Kapitalziele erreichen. Die Gewinnüberraschung liefert dafür Rückenwind. Sie beseitigt aber weder die regionalen Schwächen noch die Belastungen durch die Integration.

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