Sappi, Aktie

Sappi Aktie: EU-Veto gegen UPM-Fusion droht

Veröffentlicht am: 20.09.2026 um 19:54 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die EU-WettbewerbshĂŒter bereiten laut Reuters eine Blockade des 1,42-Milliarden-Euro-Projekts vor, wĂ€hrend Sappi finanziell unter Druck bleibt.
Moderne Papierfabrik in der MorgendĂ€mmerung als Symbol fĂŒr die europĂ€ische Papierindustrie und Fusionskontrolle. Illustration mit AI erstellt.

Die geplante Fusion der grafischen PapieraktivitĂ€ten von Sappi und dem finnischen Konkurrenten UPM steht vor dem Scheitern. Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters bereiten die WettbewerbshĂŒter der EuropĂ€ischen Union ein Veto gegen das Vorhaben mit einem Volumen von 1,42 Milliarden Euro vor. Die Aktie von Sappi beendete den Handel am Freitag bei einem Schlusskurs von 0,7050 Euro und verzeichnet seit Jahresbeginn ein Minus von 44 Prozent.

Anhörung ohne ZugestÀndnisse blieb erfolglos

Hintergrund der drohenden Blockade durch die europĂ€ischen KartellwĂ€chter ist die Weigerung beider Unternehmen, formelle ZugestĂ€ndnisse anzubieten, um bestehende Wettbewerbsbedenken auszurĂ€umen. Zuvor hatte die EuropĂ€ische Kommission in einer Beschwerdemitteilung vor rund einem Monat gewarnt, dass das Gemeinschaftsunternehmen zu höheren Preisen und sinkender QualitĂ€t auf dem Markt fĂŒr Kommunikationspapier fĂŒhren könnte.

Weder Sappi noch UPM legten im weiteren Verfahren Abhilfemaßnahmen vor. Bei einer Anhörung hinter verschlossenen TĂŒren am Donnerstag versuchten die Partner vergeblich, die Regulierer mit Verweisen auf Nachhaltigkeits- und Resilienzvorteile des Zusammenschlusses umzustimmen.

Noch am Dienstag hatte der Vorstandschef von Sappi betont, weiterhin an schlagkrĂ€ftige Argumente fĂŒr das Joint Venture zu glauben und auf eine Freigabe zu hoffen. Diese Zuversicht erwies sich nach den Beratungen in BrĂŒssel jedoch als unbegrĂŒndet.

Anhaltende Belastung durch Kosten und Schulden

FĂŒr Sappi verkompliziert das drohende Veto die strategische Neuausrichtung in einem ohnehin schwierigen Branchenumfeld. Im dritten GeschĂ€ftsquartal bis Ende Juni 2026 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 1.334 Millionen US-Dollar.

Neben sinkenden Verkaufspreisen belasteten vor allem drastisch gestiegene Kosten fĂŒr Logistik und Schwefel die Bilanz. Zwar leitete das Management Kostensenkungen im Umfang von 120 Millionen US-Dollar ein. Bei einer Marktkapitalisierung von umgerechnet 430,10 Millionen Euro bleibt die finanzielle Hebelung ein dominanter Faktor.

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