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Schneider Electric Aktie: 20-Milliarden-Poker um PTC

Veröffentlicht am: 05.10.2026 um 05:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Gespräche über PTC laufen weiter; ein Abschluss ist offen, während die Aktie des Softwareanbieters nachbörslich deutlich zulegte.

Extreme macro photo of industrial circuit breaker lever showing labeled terminals and molded plastic housing texture detail
Schneider Electric FR0000121972 macro close-up of circuit breaker lever with labeled terminal block hardware Illustration mit AI erstellt.

Schneider Electric steht offenbar vor dem größten Zukauf seiner Geschichte. Der französische Elektrotechnikkonzern verhandelt Berichten zufolge über die Übernahme des US-Softwareanbieters PTC. Das Volumen: rund 20 Milliarden Dollar. Eine Ankündigung könnte schon heute folgen.

Verhandlungen laufen noch

Die Gespräche sind nach den vorliegenden Informationen weit fortgeschritten, aber nicht abgeschlossen. Ein Scheitern ist weiterhin möglich. Weder Schneider noch PTC haben sich bislang offiziell geäußert, es handelt sich also um Marktgerüchte und nicht um eine bestätigte Transaktion.

PTC mit Sitz in Boston entwickelt Software für Produktdesign, Industrieautomatisierung und digitale Fertigung. Im Juli hob das Unternehmen seine Umsatzprognose für das Jahr an und verwies auf starke Nachfrage nach Industriesoftware und KI-Werkzeugen. Der Börsenwert lag zuletzt bei etwa 15,6 Milliarden Dollar. Ein Preis von 20 Milliarden Dollar liefe damit auf einen deutlichen Aufschlag hinaus.

Die Börse reagierte entsprechend. PTC schloss am Freitag noch leicht im Minus bei 144,03 Dollar, legte im nachbörslichen Handel aber um fast 17 Prozent auf 168,45 Dollar zu.

Strategischer Schwenk zur Software

Für Schneider wäre der Schritt ein klares Signal. Der Konzern baut seine Software- und Digitalsparte seit einiger Zeit aus und würde mit PTC tief in Konstruktionssoftware und Fertigungstechnologie einsteigen. Das Geschäft rückte damit näher an das Kerngeschäft der Industriekunden.

Parallel dazu läuft bereits die Übernahme des bulgarischen Smart-Home-Herstellers Shelly Group. Schneider bietet 70 Euro je Aktie und bewertet das Unternehmen mit rund 1,27 Milliarden Euro. Das Angebot liegt etwa vier Prozent über dem Kurs vor der Ankündigung. Es steht unter der Bedingung, dass sich der Konzern mindestens 95 Prozent der Anteile sichert und die Behörden zustimmen.

Zwei Zukäufe in kurzer Folge, einer davon in historischer Größenordnung: Das dürfte bei Schneider-Aktionären Fragen zur Finanzierung aufwerfen. Die Aktie hatte im Handel zuletzt um gut 3,5 Prozent zugelegt, die Marktreaktion auf einen offiziellen Deal bleibt abzuwarten. Eine mögliche Bekanntgabe am Montag würde Details zu Preis, Finanzierung und Zeitplan liefern.

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