Scor Aktie: 488,3 Millionen Euro an Covéa
Veröffentlicht am: 10.08.2026 um 05:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der französische Rückversicherer Scor hat für das zweite Quartal 2026 einen Nettogewinn von 171 Millionen Euro ausgewiesen. Damit summierte sich das Nettoergebnis im ersten Halbjahr auf insgesamt 397 Millionen Euro. Das Unternehmen profitierte im abgelaufenen Jahresviertel von einer günstigen Schadenentwicklung bei Naturkatastrophen sowie einer soliden operativen Marge im Sachgeschäft, während ein kostspieliges Schiedsverfahren das Ergebnis belastete.
Solide Kennzahlen im Sachgeschäft
In der Sach- und Unfallversicherung (P&C) erreichte Scor am 30. Juli eine Combined Ratio von 79,5 Prozent. Dieser Wert beschreibt das Verhältnis von Ausgaben zu Prämieneinnahmen; Werte unter der 100-Prozent-Marke signalisieren einen versicherungstechnischen Gewinn. Besonders positiv wirkte sich die geringe Belastung durch Großschäden aus Naturkatastrophen aus, die lediglich 2,9 Prozent ausmachten. Im Segment Life & Health (L&H) lag das Versicherungsergebnis bei 49 Millionen Euro, wobei bereinigt um Einmaleffekte ein deutlich höherer Wert erzielt worden wäre.
Der ökonomische Wert der Gruppe stieg zum Ende des ersten Halbjahres auf 9,0 Milliarden Euro. Dies entspricht einem Zuwachs von mehr als zehn Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf Basis konstanter ökonomischer Annahmen. Die annualisierte Eigenkapitalrendite (ROE) lag im zweiten Quartal bei 16,3 Prozent, während für das gesamte erste Halbjahr sogar ein Wert von 18,5 Prozent erreicht wurde.
Schiedsspruch und strategische Kooperationen
Trotz der operativen Stärke musste Scor im zweiten Quartal die finanziellen Folgen eines Rechtsstreits verarbeiten. Ein Schiedsgericht verpflichtete das Unternehmen zur Zahlung einer Entschädigung von 488,3 Millionen Euro an den Konkurrenten Covéa wegen der Verletzung von Informationspflichten. Da Scor hierfür bereits umfangreiche Rückstellungen gebildet hatte, belastete dieser Vorfall das Nettoergebnis im zweiten Quartal lediglich mit rund 50 Millionen Euro. Die Kapitalausstattung blieb dabei stabil, wobei die Solvabilitätsquote mit 220 Prozent auf einem hohen Niveau verharrte.
Parallel zur Bewältigung rechtlicher Altlasten treibt das Management die internationale Expansion voran. Am 10. Juli unterzeichnete Scor eine Absichtserklärung mit Japan Post Insurance zur Gründung eines gemeinsamen Rückversicherungsvehikels. Diese Partnerschaft soll Risiken aus japanischen Lebensversicherungspolicen übernehmen, wobei Japan Post Insurance weniger als 50 Prozent der Stimmrechte an der neuen Einheit halten wird. Die finanziellen Auswirkungen dieser Kooperation werden derzeit noch geprüft.
Bestätigte Ziele für das Gesamtjahr
Für den weiteren Jahresverlauf hält Scor an den Zielen des Strategieplans „Forward 2026“ fest. Das Unternehmen strebt weiterhin eine Kapitalgenerierung zwischen 3 und 5 Prozent an, bereinigt um Dividendenzahlungen. Die Konzernführung betonte, dass diese Prognose auf der Kernleistung des Geschäfts basiert und keine außergewöhnlich niedrigen Katastrophenschäden für den restlichen Jahresverlauf voraussetzt. Medienberichten zufolge bewerten Analysten die Aktie derzeit unterschiedlich, wobei das durchschnittliche Kursziel zuletzt leicht auf knapp 36 Euro angehoben wurde.
An der Börse reflektiert der Kurs die positive operative Dynamik der vergangenen Monate. Seit Jahresbeginn konnte das Papier um 20,25 Prozent zulegen. Mit dem aktuellen Kurs von 34,56 Euro notiert der Wert nur knapp unter seinem 52-Wochen-Hoch, von dem ihn derzeit ein Abstand von 1,99 Prozent trennt. Die Marktkapitalisierung des Rückversicherers beläuft sich damit auf rund 6,16 Milliarden Euro.
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