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ServiceNow Aktie: Finanzchefin widerspricht KI-Verdrängungsangst

Veröffentlicht am: 31.10.2026 um 21:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der KI-Vertragswert steigt, während ServiceNow Effizienzgewinne meldet und neue Wettbewerber um Unternehmenskunden werben.
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ServiceNow hält die Sorge vor einer Verdrängung von Unternehmenssoftware durch künstliche Intelligenz für unbegründet. Für Anleger steht damit eine zentrale Frage im Raum: Kann ServiceNow vom KI-Einsatz profitieren, statt durch ihn Geschäft zu verlieren?

Finanzchefin setzt auf klare Regeln

Mastantuono begründet ihre Position mit dem Bedarf an Kontrolle. Unternehmen müssten klare Regeln für den Einsatz künstlicher Intelligenz schaffen. Ihre Aussage stellt damit nicht die Leistungsfähigkeit der neuen Technologie infrage. Sie betont vielmehr die Anforderungen, die deren Einsatz in Unternehmen mit sich bringt.

Diese Argumentation trifft auf erhebliche Skepsis an der Börse. CNBC führte den Kurssturz nach den Quartalsergebnissen sowohl auf die Zahlen als auch auf Sorgen über KI-Konkurrenz zurück. Mastantuonos Äußerungen richten sich unmittelbar gegen diesen zweiten Belastungsfaktor.

Für die Gegenposition liefert ServiceNow auch Geschäftszahlen: Der Netto-Neuvertragswert im KI-Geschäft wuchs im dritten Quartal 2026 gegenüber dem Vorjahr um 65 %. Bei der Zahlenvorlage am Mittwoch erhöhte das Unternehmen zudem sein KI-Vertragswertziel für das Gesamtjahr auf 1,7 Mrd. US-Dollar.

Die Entwicklung zeigt Nachfrage nach ServiceNows KI-Angeboten. Sie beantwortet allerdings noch nicht, wie sich der Wettbewerb durch neue Anbieter langfristig auf das übrige Geschäft auswirkt.

Eigener KI-Einsatz verändert die Personalplanung

ServiceNow verweist außerdem auf Produktivitätsgewinne im eigenen Unternehmen. Im Quartalsgespräch verknüpfte der Konzern einen allmählichen Rückgang der Gesamtbelegschaft mit dem internen KI-Einsatz. Wie gestern berichtet wurde, betonte Vorstandschef Bill McDermott dabei, dass keine Entlassungen angekündigt seien.

Mastantuono bezifferte die annualisierten Effizienzgewinne durch eigene KI-Produkte auf über 1 Mrd. US-Dollar. Die Berechnung dieser Kennzahl wurde allerdings nicht offengelegt; eine unabhängige Prüfung liegt ebenfalls nicht vor. Für Anleger ist sie deshalb als Unternehmensaussage einzuordnen, nicht als überprüfter Ergebnisbeitrag.

Die Personalsteuerung fällt dabei differenziert aus. ServiceNow begrenzt Einstellungen in bestimmten Supportfunktionen, stellt aber weiter in Wachstumsbereichen ein. Während die Zahl der Vertriebsmitarbeiter mit Umsatzverantwortung zunahm, sank die Belegschaft im Bereich Vertriebsorganisation deutlich.

Neue Konkurrenz fordert die These heraus

Parallel dazu wächst der Wettbewerb. Der Anbieter zielt auf Unternehmenskunden sowie Automatisierungsbudgets in IT, Personalwesen und operativen Bereichen.

Damit stehen sich zwei Entwicklungen gegenüber: ServiceNow meldet wachsende KI-Verträge und interne Effizienzgewinne. Zugleich greifen neue Anbieter jene Budgets an, um die auch der Konzern wirbt. Mastantuonos Verteidigung liefert eine klare strategische Position. Ob sie wirtschaftlich trägt, entscheidet sich an Kundennachfrage und Vertragsentwicklung – nicht allein am grundsätzlichen Bedarf nach KI-Leitplanken.

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