Siegfried Aktie: Prognose bleibt trotz ZukÀufen bestehen
Veröffentlicht am: 21.08.2026 um 09:08 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Siegfried hat im ersten Halbjahr 2026 mehr verdient als erwartet â und bleibt trotzdem bei seinen bisherigen Zielen fĂŒr das Gesamtjahr. Das ist bemerkenswert, weil der Pharmazulieferer gleichzeitig drei neue Produktionsstandorte in den USA und Australien integriert. Wachstum und Vorsicht schlieĂen sich bei den Zofingern offenbar nicht aus.
Der Nettoumsatz stieg auf 633 Millionen Franken, ein Plus von 4,8 Prozent in LokalwĂ€hrungen. Das lag ĂŒber den Markterwartungen von rund 621 Millionen Franken. Das bereinigte EBITDA kletterte auf 142 Millionen Franken, die Marge verbesserte sich um 80 Basispunkte auf 22,4 Prozent. Der Kernnettogewinn wuchs moderat auf 68,2 Millionen Franken.
ZukÀufe verschieben das Jahresmuster
Besonders die Sparte Drug Substances legte zu, mit einem Plus von 6,4 Prozent in LokalwÀhrung auf 431 Millionen Franken. Drug Products wuchs dagegen nur leicht.
Der Grund fĂŒr die ungewöhnlich starke Gewichtung des zweiten Halbjahrs liegt in der zum 1. Mai abgeschlossenen Ăbernahme dreier Wirkstoffstandorte in Wilmington, Athens und Westbury. Diese Standorte sollen 2026 rund 100 Millionen Dollar zum Umsatz beitragen, auf Jahresbasis hochgerechnet etwa 155 Millionen Dollar, bei einer Marge auf Konzernniveau oder darĂŒber.
CEO Marcel Imwinkelried sprach von einer planmĂ€Ăig verlaufenden Integration und starkem Kundeninteresse an der gestĂ€rkten US-PrĂ€senz. Parallel zur Ăbernahme treibt Siegfried den Ausbau eigener KapazitĂ€ten voran: Im Juni ging die neue GroĂanlage in Minden mit zusĂ€tzlichen ReaktorkapazitĂ€ten in Betrieb, und die Tochter DINAMIQS erhielt vorzeitig eine Swissmedic-Lizenz fĂŒr die Herstellung viraler Vektoren.
Ausblick unverÀndert
FĂŒr das Gesamtjahr 2026 hĂ€lt Siegfried an einem Umsatzwachstum im hohen einstelligen Prozentbereich in LokalwĂ€hrung fest, verbunden mit einer EBITDA-Marge von ĂŒber 23 Prozent. Mittelfristig soll das profitable Wachstum ĂŒber Marktniveau anhalten, mit schrittweise steigender ProfitabilitĂ€t.
Die KonsensschĂ€tzungen lagen bei einer Marge von 23,9 Prozent und einem Wachstum von 8,5 Prozent â Siegfried bleibt damit bei einer vorsichtigeren eigenen Zielsetzung, obwohl das erste Halbjahr besser lief als am Markt erwartet.
Der operative Cashflow fiel mit 93,7 Millionen Franken deutlich niedriger aus als im Vorjahreszeitraum mit 149,6 Millionen Franken, was sich aus der Integrationsphase der neuen Standorte erklÀren lÀsst. Die zweite JahreshÀlfte wird zeigen, ob die stÀrkere Gewichtung durch Produktionsplanung und neue KapazitÀten den bestÀtigten Ausblick tatsÀchlich trÀgt.
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