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Siemens Energy Aktie: Gamesa dreht in Gewinnzone mit 75 Millionen

Veröffentlicht am: 07.08.2026 um 16:54 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Siemens Energy meldet Rekordzahlen: Gewinn fast verdreifacht, Gamesa erstmals profitabel. Analysten bewerten die Aktie jedoch unterschiedlich.

Siemens Energy: Rekordquartal dank Gamesa-Wende und starkem Auftragseingang
Moderne Windkraftanlagen auf dem offenen Meer bei Sonnenuntergang als Symbol für Energiewende und wirtschaftliche Erholung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Siemens Energy hat im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2026 die bislang stärksten Zahlen der Unternehmensgeschichte vorgelegt. Der Auftragseingang kletterte im Zeitraum von April bis Juni auf 17,9 Milliarden Euro, ein Plus von 8,5 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Der Umsatz stieg um 18,5 Prozent auf 11,4 Milliarden Euro. Besonders auffällig fiel der Ergebnissprung aus: Das Gewinn vor Sondereffekten verdreifachte sich nahezu von 497 Millionen auf 1.623 Millionen Euro. Die Book-to-Bill-Ratio von 1,57 zeigt, dass die Neuaufträge den Umsatz deutlich übertrafen – der Auftragsbestand summierte sich zum Quartalsende auf 162 Milliarden Euro.

Der Kapitalmarkt honorierte die Zahlen mit spürbaren Kursgewinnen. Die Aktie notiert aktuell bei 156,16 Euro und legt am heutigen Freitag um 1,38 Prozent zu. Seit Jahresbeginn steht damit ein Plus von 29,70 Prozent zu Buche. Vom 52-Wochen-Hoch, das der Titel Ende April markierte, trennen das Papier derzeit knapp über 20 Prozent – Spielraum nach oben bleibt also, sollte sich der positive Trend fortsetzen.

Gamesa dreht erstmals seit Jahren in die Gewinnzone

Ein zentraler Baustein der guten Entwicklung ist die Windkrafttochter Siemens Gamesa. Sie erzielte im dritten Quartal einen Betriebsgewinn von 75 Millionen Euro – nach einem Fehlbetrag von 438 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Es ist das erste positive Quartalsergebnis der Sparte seit dem Geschäftsjahr 2022. Siemens Energy sieht die Tochter damit auf Kurs für einen Break-even im laufenden Geschäftsjahr, nachdem Gamesa über Jahre als größte Ergebnisbelastung des Konzerns galt. Der Konzern bestätigte zugleich seine Guidance: Die Ergebnis-Marge vor Sondereffekten soll am oberen Ende der Spanne von 10 bis 12 Prozent liegen, das vergleichbare Umsatzwachstum im Geschäftsjahr 2026 wird mit 14 bis 16 Prozent angegeben.

Zusätzlichen Rückenwind erhält das Geschäft mit Kraftwerkstechnik aus dem Nahen Osten. Laut Reuters treibt die Sorge um die Energieversorgungssicherheit im Zuge des Iran-Kriegs die Nachfrage nach entsprechender Technik zusätzlich an. Parallel dazu baut Siemens Energy die Netzsparte Grid Technologies personell massiv aus: Medienberichten zufolge sind rund 10.000 Neueinstellungen in diesem Bereich geplant, eingebettet in eine breitere Investitionsoffensive des Konzerns.

Analysten reagieren unterschiedlich auf die Zahlen

Die Reaktionen der Analysten fielen nach den Quartalszahlen gespalten aus. Deutsche Bank Research hob das Kursziel am Donnerstag von 200 auf 210 Euro an und bestätigte die Einstufung „Buy“. Oddo BHF bewegte sich in die entgegengesetzte Richtung: Das Haus senkte sein Kursziel am selben Tag von 187 auf 175 Euro und stufte die Aktie auf „Neutral“ zurück. Die gegensätzlichen Bewertungen zeigen, dass der jüngste Kursanstieg – allein binnen sieben Handelstagen liegt das Plus bei 4,92 Prozent – am Markt nicht einheitlich als Einstiegssignal gewertet wird. Während Deutsche Bank Research offenbar weiteres Potenzial im Gewinnwachstum sieht, mahnt Oddo BHF nach der bereits erfolgten Kursrallye zur Vorsicht.

Sparten-Frage bleibt offen, Rückkaufprogramm läuft weiter

Für Anleger bleibt neben den operativen Zahlen eine strukturelle Frage im Blick: die mögliche Verselbstständigung der Sparte „Transformation of Industry“. Konzernchef Christian Bruch bestätigte, dass der Aufsichtsrat über diesen Schritt diskutiert, eine Entscheidung sei aber noch nicht gefallen. Laut Handelsblatt soll sich der Aufsichtsrat in einer Sondersitzung Ende August erneut mit dem Thema befassen. Bis eine Entscheidung vorliegt, bleibt offen, wie sich der Konzern strukturell künftig aufstellt.

Unabhängig davon setzt Siemens Energy sein Aktienrückkaufprogramm fort. Bis Ende des Geschäftsjahres 2028 sind insgesamt sechs Milliarden Euro vorgesehen, die zweite Tranche von bis zu einer Milliarde Euro läuft zwischen dem 4. Juni und dem 30. September 2026. Mit einer Marktkapitalisierung von 128,36 Milliarden Euro und einem Kurs, der sich rund 6 Prozent über dem 200-Tage-Durchschnitt von 147,25 Euro bewegt, bleibt der Titel trotz der jüngsten Konsolidierung unter dem Jahreshoch klar im übergeordneten Aufwärtstrend.

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