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Siemens Energy Aktie: Gamesa mit 56 Millionen Gewinn

Veröffentlicht am: 06.08.2026 um 19:02 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Siemens Energy verzeichnet deutliches Umsatz- und Gewinnwachstum, erstmals operativer Gewinn bei Gamesa seit 2022. Konzern plant Umfirmierung zu Omterra bis Ende 2026.

Siemens Energy überzeugt mit starken Q3-Zahlen und kündigt Umbenennung in Omterra an
Moderne Windkraftanlage bei Sonnenaufgang, die den Sektor der erneuerbaren Energien symbolisiert. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Siemens Energy hat am gestrigen Mittwoch gleich zwei Nachrichten mit Signalwirkung verkündet: Der Energietechnikkonzern legte starke Zahlen für das dritte Geschäftsquartal 2026 vor und gab zugleich bekannt, sich künftig „Omterra" nennen zu wollen. Der Umbau soll bis Ende 2026 abgeschlossen sein und dem Unternehmen jährliche Markengebühren von rund 320 Millionen Euro ersparen, die bislang an die Siemens AG fließen.

Kräftiges Wachstum, Turnaround bei Gamesa

Im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2026 stieg der Umsatz um 18,5 Prozent auf 11,4 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis vor Sondereffekten kletterte auf 1,62 Milliarden Euro, nach nur 497 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Unter dem Strich blieb ein Nettogewinn von rund 1,19 Milliarden Euro stehen – deutlich mehr als im Vorjahr, auch wenn der Wert unterhalb des vor Sondereffekten ausgewiesenen operativen Ergebnisses liegt. Der freie Cashflow verbesserte sich im Quartal spürbar auf 2,3 Milliarden Euro, getrieben von hohen Kundenanzahlungen, nach 0,4 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum.

Besonders bemerkenswert ist die Entwicklung bei der Windkrafttochter Siemens Gamesa. Sie erzielte im dritten Quartal erstmals seit 2022 wieder einen operativen Gewinn, in Höhe von 56 Millionen Euro – nach einem Verlust von 425 Millionen Euro im Vorjahr. Das einstige Sanierungsfall-Segment entwickelt sich damit zunehmend zum Stabilitätsfaktor statt zur Belastung für den Konzern.

Bereits im Mai hatte Siemens Energy nach einem starken ersten Halbjahr die Gesamtjahresprognose für 2026 angehoben. Die aktuellen Quartalszahlen bestätigen den positiven Trend im Kerngeschäft, insbesondere im Segment Gas Services, wo die Auftragslage nach Einschätzung von Marktbeobachtern robust bleibt.

Neue Marke, neue Netzkapazitäten

Der geplante Namenswechsel zu „Omterra" ist keine kurzfristige Entscheidung: Bereits im Juli hatte Siemens Energy die Vorbereitungen für den Markenwechsel gestartet, wie Reuters berichtete. Mit der Umfirmierung will sich der Konzern endgültig von der Siemens AG lösen und gleichzeitig Kosten senken.

Parallel treibt das Unternehmen den Ausbau seiner Netzinfrastruktur voran. Im Juli erfolgte laut dpa der Spatenstich für ein neues Transformatorenwerk in Pearl im US-Bundesstaat Mississippi, mit dem die steigende Nachfrage nach Netzkapazitäten bedient werden soll. Bereits Anfang Juni hatte Siemens Energy eine Vereinbarung zur Übernahme der Camlin Group bekanntgegeben, die das Portfolio im Bereich Netzüberwachung und Digitalisierung erweitern soll. Der Abschluss der Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt behördlicher Genehmigungen und wird bis Ende des Jahres erwartet.

Analysten sehen weiteres Potenzial

Bernstein Research bestätigte am Mittwoch die Einstufung „Outperform" mit einem Kursziel von 210 Euro. Analyst Alasdair Leslie lobte die starke Profitabilität und die beeindruckende Auftragslage im Segment Gas Services als zentrale Argumente für die positive Einschätzung.

Die Aktie reagierte am Donnerstag mit einem Plus von 1,64 Prozent auf 153,68 Euro und knüpfte damit an die Erholung der vergangenen Woche an, in der das Papier um 5,40 Prozent zulegte. Auf Monatssicht steht dennoch ein Minus von 2,73 Prozent, und zum 52-Wochen-Hoch von 195,38 Euro, erreicht im April, fehlen weiterhin gut 21 Prozent. Der aktuelle Kurs liegt zudem knapp unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 155,30 Euro, was auf eine kurzfristig noch nicht gefestigte Erholungsbewegung hindeutet. Seit Jahresbeginn steht dennoch ein Plus von 27,64 Prozent zu Buche.

Die nächste Standortbestimmung folgt am 11. November, wenn Siemens Energy die Zahlen für das vierte Quartal und das gesamte Geschäftsjahr 2026 vorlegt. Bis dahin dürfte vor allem der Fortschritt der Umfirmierung zu „Omterra" im Fokus der Anleger stehen.

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