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Siemens Energy: Transformation of Industry für über 10 Milliarden

Veröffentlicht am: 26.08.2026 um 14:21 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Siemens Energy treibt die Ausgliederung seiner Industriesparte voran und prüft Börsengang oder externe Investoren. Analysten bewerten den Schritt positiv.

Siemens Energy: Aufsichtsrat ebnet Weg für Abspaltung der Industriesparte
Moderne Energieinfrastruktur und Windkraftanlagen in einer weitläufigen Industrielandschaft bei Sonnenuntergang. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Aufsichtsrat von Siemens Energy hat die rechtliche und operative Verselbstständigung des Geschäftsbereichs "Transformation of Industry" offiziell genehmigt. Die Sparte bündelt Dampfturbinen, Kompressoren und Wasserstoff-Elektrolyseure.

Siemens Energy will eine wesentliche Minderheitsbeteiligung an dem Geschäft behalten, prüft aber externe Investoren oder einen eigenständigen Börsengang. Die geschätzte Bewertung liegt bei über 10 Milliarden Euro.

Für den Mutterkonzern Siemens, der weiterhin an Siemens Energy beteiligt ist, ist die Entscheidung ein weiterer Baustein in der schrittweisen Neuordnung des Konzernverbunds. Bereits vor gut drei Wochen hatte der Konzern für Aufsehen mit der Anhebung seiner Gewinnprognose gesorgt, die Aktie erreichte damals ein 52-Wochen-Hoch.

Die geplante Abgabe der Aktienmehrheit an Siemens Healthineers, die Siemens im Rahmen eines Kapitalmarkttags im vergangenen November angekündigt hatte, bleibt Teil dieser strategischen Neuausrichtung der Beteiligungsstruktur.

Analysten bestätigen positive Einschätzung zur Energiesparte

Jefferies bewertet den geplanten Spin-off der ToI-Sparte als strategisch positiven Schritt. Das Analysehaus beließ am heutigen Mittwoch die Einstufung für Siemens Energy auf "Buy" mit einem Kursziel von 215 Euro. Analyst Lucas Ferhani begründet dies mit der Konzentration, die der Konzern durch die Ausgliederung auf sein profitables Kerngeschäft legen kann.

Für die Siemens-Aktie selbst hatten zuletzt mehrere Häuser ihre Einschätzung bestätigt oder angepasst. Berenberg-Analyst Richard Dawson hob am 18. August das Kursziel von 320 auf 330 Euro an und begründete dies mit der überdurchschnittlichen Performance der Sparte "Smart Infrastructure" im dritten Quartal.

Bernstein-Analyst Varun Govindaraj sieht den Konzern als Profiteur des anhaltenden Booms beim Bau von Rechenzentren, warnt aber vor einer langfristig vorgezogenen Nachfrage. Goldman Sachs bestätigte am 20. August die Einstufung "Buy" mit einem Kursziel von 319 Euro.

Starke operative Basis bei Siemens Energy

Die Entscheidung zur Verselbstständigung der Industriesparte fällt in eine Phase, in der Siemens Energy operativ deutlich zulegt. Am vergangenen Freitag hatte der Konzern die Zahlen für das dritte Quartal 2026 vorgelegt: Der Auftragseingang erreichte mit 17,9 Milliarden Euro einen Rekordwert, der Umsatz stieg vergleichbar um 18,5 Prozent auf 11,4 Milliarden Euro.

Der Gewinn nach Steuern kletterte auf 1,19 Milliarden Euro, nach 697 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Erstmals seit 2022 erreichte auch die Windtochter Siemens Gamesa mit einem bereinigten EBITA von 75 Millionen Euro wieder die Gewinnzone.

Der Konzern bestätigte zugleich seine angehobene Prognose für das laufende Geschäftsjahr: ein vergleichbares Umsatzwachstum von 14 bis 16 Prozent sowie eine Ergebnismarge vor Sondereffekten zwischen 10 und 12 Prozent, mit Tendenz zum oberen Ende der Spanne.

Der erwartete Gewinn nach Steuern liegt bei rund 4 Milliarden Euro. Diese Dynamik dürfte die Entscheidung für eine eigenständigere Aufstellung der Industriesparte erleichtert haben, da sie dem verbleibenden Kerngeschäft aus Netztechnik und Gasturbinen mehr strategischen Fokus verschafft.

Nicht alle Stimmen zu Siemens Energy sind ungeteilt positiv: RBC Capital Markets senkte am 20. August das Kursziel von 210 auf 200 Euro, behielt aber die Einstufung "Outperform" bei. Medienberichten zufolge hat der Konzern zudem Mitte August den Prozess zur Umbenennung in "Omterra" eingeleitet, um die strategische Transformation auch namentlich zu unterstreichen.

Die Veröffentlichung des Jahresberichts zum Geschäftsjahr 2026 ist für den 11. November terminiert, der Analystenkonsens erwartet dabei ein Ergebnis je Aktie von 1,38 Euro bei einem Umsatz von 12,61 Milliarden Euro.

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