Siemens Healthineers Aktie: Bernstein senkt Kursziel, bleibt bei Outperform
Veröffentlicht am: 03.11.2026 um 05:12 Uhr | Redaktion boerse-global.deSiemens Healthineers hat gestern weitere Aktienrückkäufe gemeldet. Die Käufe begleiten eine Erholung der Aktie, lösen aber den operativen Gegensatz nicht auf: Einem starken Auftragsbuch stehen Probleme im chinesischen Diagnostikgeschäft gegenüber. Genau diese Spannung prägt die Einschätzungen der Analysten. Der Rückkauf ist damit eine flankierende Kapitalmaßnahme, kein Beleg für eine Entspannung im Geschäft.
RĂĽckkauf begleitet die Erholung
Nach der gestern veröffentlichten Zwischenmeldung erwarb Siemens Healthineers in der vergangenen Woche 50.000 eigene Aktien. Seit Beginn des Rückkaufs am 1. Juni summierten sich die Käufe auf 3.629.346 Aktien. Die Transaktionen erfolgten ausschließlich über XETRA.
Für Anleger sind Kapitalmaßnahme und operative Entwicklung getrennt zu betrachten. Der Rückkauf dokumentiert weitere Käufe eigener Aktien. Ob die Belastungen im Diagnostikgeschäft nachlassen, lässt sich daraus nicht ableiten.
Die Aktie gewann gestern 1,8%. Damit setzte sich die Erholung fort. Die Bewegung allein beantwortet allerdings nicht die Frage, wie belastbar die Erwartungen an Wachstum und Margen sind.
Analysten unterscheiden zwischen Kernstärke und Belastungen
Bernstein Research senkte am 4. August das Kursziel von 45,70 € auf 44,50 €, bestätigte aber die Einstufung „Outperform“. Analystin Susannah Ludwig verwies nach den Geschäftszahlen auf Probleme im chinesischen Diagnostikgeschäft. Diese hätten zu einer erneuten Prognosesenkung geführt.
Gleichzeitig erkannte Ludwig im Auftragsbuch Stärke im Kerngeschäft. Ihre Einschätzung war damit keine pauschale Absage an die Geschäftsentwicklung. Vielmehr trennte sie zwischen der Nachfrage im Kerngeschäft und den Schwierigkeiten in der Diagnostik.
Einen weiteren Beteiligungsabbau durch Siemens bezeichnete er als mögliche kurzfristige Belastung für die Aktie. Damit betreffen die Risiken nicht allein das operative Geschäft, sondern auch die Eigentümerstruktur.
Geschäftszahlen müssen die Erholung unterlegen
Im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2026 erzielte Siemens Healthineers einen Gewinn je Aktie von 0,60 €. Im Vorjahresquartal waren es 0,49 € gewesen.
Diese Verbesserung steht neben den von Bernstein beschriebenen Diagnostikproblemen. Ein höherer Quartalsgewinn und eine gesenkte Prognose sind unterschiedliche Signale: Das eine beschreibt die erzielte Entwicklung, das andere die Erwartungen an den weiteren Geschäftsverlauf.
Der Umsatz lag im selben Quartal bei 5,76 Mrd. €, nach 5,66 Mrd. € im Vorjahr. Die Ergebnisse für das vierte Geschäftsquartal werden am 5. November erwartet.
Für die weitere Einordnung zählen deshalb vor allem Aussagen zur Diagnostik und zur Margenentwicklung. Die Analysten hielten trotz gesenkter Kursziele an ihren positiven Einstufungen fest. Ihre Begründungen zeigen zugleich, welche operativen Belastungen einer günstigeren Bewertung entgegenstehen.
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