Silber, Preis

Silber Preis: 1,9 Prozent Rückgang vor Inflationsdaten

Veröffentlicht am: 14.10.2026 um 10:14 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Silber verlor am Dienstag 1,9 Prozent; ein für 2026 erwartetes Angebotsdefizit von 46,3 Millionen Unzen wirkt stützend.

Silberpreis fällt: Fed-Signale und Inflationsdaten belasten den Markt
Gestapelte Silberbarren auf einer dunklen Schieferplatte bei natürlichem Licht. Illustration mit AI erstellt.

Widersprüchliche geldpolitische Signale aus den USA und die Erwartung anstehender Teuerungsdaten bestimmen das Geschehen am Edelmetallmarkt. Am Dienstag gab der Preis an der COMEX um 1,9 Prozent nach und schloss bei 59,40 US-Dollar je Feinunze.

Zinsfurcht dämpft Nachfrage vor Preisdaten

Ausschlaggebend für die jüngste Zurückhaltung der Marktteilnehmer sind Äußerungen führender US-Zentralbanker. John Williams, Präsident der Federal Reserve Bank of New York, bezeichnete eine weitere Zinserhöhung im laufenden Jahr als denkbar, stellte für 2027 jedoch ein Ende der Straffung in Aussicht.

Ähnlich äußerte sich Notenbankerin Susan Collins, die einen weiteren Zinsschritt vor dem Jahresende für möglich hält.

Gleichzeitig verharren die Marktakteure in Wartestellung vor den US-Verbraucherpreisen für September. Ökonomen rechnen mit einem Anstieg der Gesamtinflation auf 3,6 Prozent im Jahresvergleich, nach 3,4 Prozent im Vormonat. Analysten der Danske Bank betonten, dass es einer klaren positiven Überraschung bei den Teuerungsraten bedürfe, damit die Fed bereits im Oktober eine Zinsanhebung signalisiert.

Die Aussicht auf längerfristig hohe Kapitalmarktrenditen und ein fester US-Dollar schmälern die Attraktivität zinsloser Edelmetalle. Zugleich merkten die Experten von TD Securities an, dass Williams’ Verweis auf ein mögliches Ende des Zinszyklus im Jahr 2027 die Finanzierungskosten mittelfristig begrenzen und den Edelmetallen Perspektiven bieten könnte.

Strukturelle Defizite federn Abwärtstrend ab

Auf Jahressicht bleibt das Edelmetall dennoch deutlich angeschlagen: Seit Beginn des laufenden Jahres beläuft sich das Minus bei Silber auf 16 Prozent. Dennoch stützen fundamentale Faktoren aus der Realwirtschaft die Notierungen nach unten ab.

Nach Branchenschätzungen steuert der globale Markt im Jahr 2026 auf ein sechstes jährliches Defizit in Folge zu, das auf 46,3 Millionen Unzen veranschlagt wird.

Während die industrielle Verarbeitung leicht nachgab, sank das weltweite Gesamtangebot um zwei Prozent. Trotz dieser physischen Verknappung geben kurzfristig die Zinsaussichten der US-Notenbank die Richtung an den Terminmärkten vor.

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