Silber Preis: Drohnenangriff auf Ölanlage belastet
Veröffentlicht am: 25.10.2026 um 14:09 Uhr | Redaktion boerse-global.deBeim Silber treffen kurzfristige Zinsängste auf deutlich höhere Preisprognosen. Medienberichten von gestern zufolge erwartet UBS Global Wealth Management eine Erholung bis zum Jahresende. Die jüngste Verkaufswelle zeigt allerdings: Steigende Energiepreise und die Sorge vor länger hohen US-Zinsen prägen das Marktgeschehen stärker als die Aussicht auf einen anhaltenden Angebotsengpass.
Ölpreisanstieg belastet trotz geopolitischer Risiken
Am Donnerstag verstärkte ein Drohnenangriff auf eine saudische Ölanlage die Inflations- und Zinsängste. Steigende Energiepreise belasteten Silber trotz der geopolitischen Risiken. Auch Dow Jones führte den Rückgang am Donnerstag auf höhere Ölpreise sowie erneute Inflations- und Zinssorgen zurück.
Entscheidend war damit nicht allein die geopolitische Unsicherheit. Im Mittelpunkt stand vielmehr deren mögliche wirtschaftliche Folge: zusätzliche Teuerung und eine entsprechend länger straffe US-Geldpolitik. Diese Belastungsfaktoren wurden auch für den weiteren Ausverkauf am Freitag genannt.
Der COMEX-Front-Month schloss am Freitag bei 53,96 USD je Feinunze und unterstreicht damit den Druck auf den Silbermarkt. Für Anleger ist deshalb die Unterscheidung wichtig: Eine langfristig knappe Versorgung verhindert nicht automatisch kurzfristige Preisrückgänge.
Spekulanten reduzieren ihre Kaufpositionen
Zur schwachen Preisentwicklung passt die vorsichtigere Positionierung am Terminmarkt.
Die Zahlen dokumentieren einen Abbau spekulativer Kaufpositionen. Sie beziehen sich allerdings auf einen Zeitraum vor der jüngsten Verkaufswelle. Als Erklärung für deren gesamten Verlauf reichen sie deshalb nicht aus. Sie zeigen vielmehr, dass die Zurückhaltung bereits vor den jüngsten Belastungen eingesetzt hatte.
Erholungsprognose mit längerem Zeithorizont
UBS erwartet dem Bericht von gestern zufolge einen Silberpreis von 70,00 US-Dollar je Unze bis Dezember 2026. Zur Begründung verweist das Haus auf einen strukturellen Angebotsengpass: Das weltweite Angebot dürfte in diesem Jahr zum sechsten Mal in Folge hinter der Nachfrage zurückbleiben.
Diese Einschätzung widerspricht dem jüngsten Preisrückgang nicht zwangsläufig. Sie beschreibt einen längeren Zeithorizont, während die Verkäufe von unmittelbaren Inflations- und Zinssorgen begleitet wurden.
Für Mitte beziehungsweise September 2027 nennt UBS Ziele von 75,00 beziehungsweise 80,00 US-Dollar je Unze. Das sind Prognosen, keine gesicherte Erholung. Die zentrale Abwägung für Anleger bleibt damit klar: Kurzfristig belastet das Zinsumfeld; die längerfristige Erholungserwartung stützt sich auf die angenommene Versorgungslücke.
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