Silber Preis: Endeavour Silver senkt Jahresprognose
Veröffentlicht am: 08.10.2026 um 17:38 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Chinas jüngste Außenhandelsdaten und gedämpfte Fördersignale aus dem Minensektor zeichnen ein vielschichtiges Bild für den Silbermarkt. Am heutigen Donnerstag berichtete der Branchendienst Shanghai Metals Market, dass der feste US-Dollar und hohe Renditen von US-Staatsanleihen die vorangegangene Entlastung für das Edelmetall vollständig zunichtegemacht haben. Geopolitische Risiken im Nahen Osten zeigten zuletzt keine stützende Wirkung auf die Notierungen.
Gestern gab der Preis für eine Feinunze Silber an der COMEX um 2,7 Prozent nach und schloss bei 60,05 US-Dollar. Damit notiert das Metall rund 51 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 121,78 US-Dollar.
Chinas Ausfuhren und Minenprobleme im Fokus
Auf der Angebotsseite gibt es Verschiebungen im internationalen Handel. Chinesische Zolldaten zeigen für August 2026 einen Anstieg der Ausfuhren von Feinsilber mit mindestens 99,99 Prozent Reinheit um 15,8 Prozent gegenüber dem Vormonat auf 405,98 Tonnen.
Auf Jahressicht lagen die Lieferungen allerdings um 0,6 Prozent niedriger. In den ersten acht Monaten des Jahres summierte sich das chinesische Ausfuhrvolumen auf 3.031,51 Tonnen, was einem Rückgang um 2,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht.
Gleichzeitig vermelden Förderer operative Bremsspuren im Bergbau. Das Bergbauunternehmen Endeavour Silver meldete heute für das dritte Quartal 2026 zwar einen Produktionsanstieg um 19 Prozent auf knapp 2,10 Millionen Unzen Silber.
Wegen Betriebsunterbrechungen an den Standorten Terronera und Guanaceví erwartet der Konzern das Jahresergebnis nun jedoch am oder knapp unter dem unteren Ende seiner bisherigen Prognosespanne. Eine detaillierte Anpassung des Ausblicks kündigte das Unternehmen für den 9. November an.
Lagerbestände und Engpässe bei der Verarbeitung
Die physische Verfügbarkeit zeigt sich regional gespalten. An den COMEX-Lagerhäusern beliefen sich die registrierten Bestände Anfang der Woche auf 102,29 Millionen Unzen. Zusammen mit den nicht registrierten, aber börsenzugelassenen Beständen lagen insgesamt 337,94 Millionen Unzen in den Depots.
Auf der Verarbeitungsseite bestehen hingegen zeitliche Verzögerungen. Josh Phair, Chef der Prägeanstalt Scottsdale Mint, erklärte, dass die Silberraffination je nach Material drei bis vier Monate im Rückstand liege. Raffiniertes Fertigmetall sei auf dem US-Markt jedoch weiterhin ausreichend verfügbar, sodass der Engpass primär die Schmelzkapazitäten betrifft.
Zinsdruck dämpft Markterwartungen
Belastet wird der Markt weiterhin vom Zinsumfeld in den USA. Medienberichten zufolge trübten steigende US-Staatsanleiherenditen und ein anziehender Dollarkurs die Stimmung der Anleger ein. Auch gestiegene Ölpreise fachten Inflationssorgen an, was Hoffnungen auf rasche Zinssenkungen dämpfte.
Die Erwartungen an eine schnelle Trendwende bleiben vor diesem Hintergrund verhalten. Auch die Deutsche Bank thematisierte vor gut einer Woche die Möglichkeit eines Angebotsüberschusses im Jahr 2027, bedingt durch wachsende Bestände und eine nachlassende industrielle Nachfrage.
Für Marktteilnehmer richtet sich der Blick kurzfristig auf die anstehende Veröffentlichung des Commitments of Traders-Berichts am 9. Oktober, der Aufschluss über die Positionierung spekulativer Anleger geben wird.
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