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Silber Preis: Entspannungssignale dämmen Verkaufsdruck

Veröffentlicht am: 09.10.2026 um 10:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Weniger Zinserhöhungsfurcht stützt Silber, doch schwächere Nachfrage und technische Widerstände begrenzen die Erholung.

Silberpreis: Entspannung in der US-Politik bremst Verkaufsdruck
Polierte Silberbarren auf einer dunklen Schieferoberfläche bei natürlichem Licht. Illustration mit AI erstellt.

Entspannungssignale aus der US-Politik haben den Verkaufsdruck am Edelmetallmarkt vor dem Wochenende gedämpft. Aussagen von Donald Trump über produktive Gespräche mit dem Iran und den Ausschluss eines Militärschlags vor den US-Zwischenwahlen nahmen dem Markt die akute Furcht vor einer weiteren Eskalation. In der Folge gaben die Ölpreise nach, was die kurzfristigen Inflationserwartungen spürbar reduzierte.

Für das zinslose Edelmetall bedeutet diese Entwicklung eine Atempause. An den Terminmärkten sank die vom CME FedWatch Tool gemessene Wahrscheinlichkeit für eine US-Zinserhöhung im Oktober auf unter 18 Prozent, nachdem sie in der Vorwoche noch bei 38 Prozent gelegen hatte. Die Furcht vor einem unmittelbaren Zinsschritt verliert damit an Kraft.

Gleichwohl trüben fundamentale Faktoren die mittelfristigen Aussichten.

Die Experten begründen den Schritt mit einer nachlassenden physischen Nachfrage. Die hohen Notierungen der vergangenen Monate hätten den Verbrauch in der Photovoltaik, der Schmuckindustrie und bei Silberwaren gedämpft.

Zudem schmolzen die Bestände silbergedeckter Indexfonds zusammen, weshalb UBS die erwartete Investmentnachfrage zurückschraubte. Das Defizit am Weltmarkt dürfte nach Einschätzung der Bank spürbar geringer ausfallen als bislang gedacht.

Zwar bleibt das strukturelle Angebotsdefizit am Silbermarkt bestehen, das Thema wurde an den Märkten vor gut einer Woche diskutiert, seither verlor der Preis 2,1 Prozent. Dennoch überwiegt bei institutionellen Anlegern vorerst die Zurückhaltung.

Charttechnische Hürden bremsen Erholung

Am Donnerstag beendete der COMEX-Front-Month den Handelstag bei 59,43 USD je Feinunze. Damit notiert das Edelmetall gut 51 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 121,78 USD, das Ende Januar markiert worden war.

Auch andere Marktbeobachter sehen das Potenzial vorerst limitiert. Das Analysehaus Mirae Asset rechnet kurzfristig mit einer Handelsspanne zwischen 58 und 61 USD je Unze. Erst ein Ausbruch über bedeutende Widerstandsmarken würde das technische Bild nachhaltig aufhellen. Solange die US-Notenbanker mit Verweis auf das Inflationsziel weitere Zinsschritte bis zum Jahresende nicht ausschließen, bleibt das Umfeld für Silber anspruchsvoll.

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