Silber Preis: HSBC sieht 100 Dollar nicht
Veröffentlicht am: 26.10.2026 um 19:13 Uhr | Redaktion boerse-global.deHSBC rechnet bei Silber mit einer Konsolidierung und moderaten Kursgewinnen im Jahr 2027. Einen Anstieg auf 100 USD je Feinunze sieht die Bank auf absehbare Zeit nicht. Die Einschätzung setzt damit auf eine begrenzte Erholung: Institutionelle Käufe könnten stützen, während schwächere Nachfrage und wachsendes Angebot den Spielraum einschränken.
Für Anleger unterscheidet die Prognose zwischen einer Stabilisierung und einer Rückkehr zu früheren Höchstständen. HSBC nennt mehrere mögliche Stützen, sieht aber zugleich Belastungen auf der Nachfrage- und Angebotsseite. Daraus ergibt sich kein Szenario einer raschen, ungebremsten Aufwärtsbewegung.
Käufe aus Asien treffen auf Gegenwind
Als stützende Faktoren nennt HSBC Gold, institutionelle Käufe aus China und Indien sowie mögliche geopolitische Risiken. Dagegen stehen ein fester US-Dollar und hohe Renditen. Zusätzlich erwartet die Bank eine schwächere Industrie- und Schmucknachfrage sowie eine steigende Versorgung aus Minenproduktion und Recycling.
Die Aussage geht damit über eine reine Zinsprognose hinaus. Selbst bei Unterstützung durch Gold oder zusätzliche institutionelle Käufe blieben nach Einschätzung der Bank Belastungen aus dem physischen Silbermarkt bestehen. Diese Gegenkräfte begrenzen den erwarteten Preisanstieg.
Chinas Produktionsdaten für September illustrieren das uneinheitliche industrielle Umfeld. Die Wertschöpfung bei elektrischen Maschinen stieg gegenüber dem Vorjahr um 8,1 Prozent. Bei Computern, Kommunikation und Elektronik betrug das Wachstum 16,4 Prozent.
Nicht alle Bereiche entwickelten sich jedoch gleich stark. Die Solarzellenproduktion ging zurück, während die genannten Industriezweige weiter zulegten. Ein breit angelegter industrieller Aufschwung lässt sich daraus nicht ableiten.
Im September sank die chinesische Solarzellenproduktion gegenüber dem Vorjahresmonat um 5,1 Prozent. Von Januar bis September lag das Minus im Vorjahresvergleich bei 13,5 Prozent. Die Zahlen passen damit zu einem gemischten Nachfragebild, nicht zu einer durchgehend starken Entwicklung.
Fed und Inflation als nächste Prüfsteine
Kurzfristig richtet sich der Blick auf die US-Geldpolitik. Eine Pause wäre allerdings nicht gleichbedeutend mit dem Ende weiterer Zinserhöhungen.
Für Silber bleibt deshalb wichtig, welche Hinweise die Notenbank zum weiteren Zinspfad gibt. Hohe Renditen gehören ausdrücklich zu den Belastungsfaktoren in der HSBC-Einschätzung. Eine einzelne Zinspause würde diesen Gegenwind nicht automatisch beseitigen.
Am Donnerstag folgen die US-PCE-Inflationsdaten für September. Laut Reuters erwarten Ökonomen einen Anstieg der Jahresrate von 3,4 Prozent im August auf 3,6 Prozent. Es handelt sich um eine Prognose, nicht um bereits veröffentlichte Inflationszahlen.
Der COMEX-Front-Month schloss am Freitag bei 53,96 USD je Feinunze – einem Ausgangsniveau für die von HSBC erwartete begrenzte Erholung. Entscheidend ist dabei nicht allein die nächste Fed-Entscheidung: Für stärkere Gewinne müssten die von der Bank genannten Stützen den Gegenwind aus Renditen, Nachfrage und zusätzlichem Angebot überwinden.
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