Silber Preis: Markt steuert auf Defizitjahr zu
Veröffentlicht am: 19.09.2026 um 18:50 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen kletterten am Mittwoch auf rund 5,00 Prozent, nachdem sie tags zuvor mit 5,04 Prozent den höchsten Stand seit 2007 erreicht hatten. Für ein zinsloses Edelmetall bedeutet ein derartiges Zinsumfeld traditionell Gegenwind, da festverzinsliche Anlagen an Attraktivität gewinnen.
Dennoch schloss Silber am Freitag an der New Yorker Rohstoffbörse COMEX bei 66,78 USD je Feinunze. Auf Wochensicht verbuchte das Edelmetall damit ein Plus von 2,7 Prozent.
Hartnäckige US-Teuerung hält Zinsfantasie wach
Hinter dem jüngsten Renditeschub stehen unverändert robuste Inflationsdaten aus den USA. Dabei lag vor allem die Kernrate über den Erwartungen, was an den Finanzmärkten Spekulationen auf eine straffe Gangart schürte.
Zuvor hatten bereits die Projektionen der US-Notenbank signalisiert, dass 16 von 18 Mitgliedern des Offenmarktausschusses ein höheres Zinsniveau bis zum Jahresende für angemessen halten.
Der Silberpreis zeigte sich widerstandsfähig gegenüber den geldpolitischen Vorgaben.
Strukturelle Angebotsknappheit stützt das Preisniveau
Dass sich das Edelmetall trotz des Zinsdrucks behauptet, liegt auch an der fundamentalen Verfassung des Marktes. Wie Erhebungen des Silver Institute und des Analysehauses Metals Focus zeigen, steuert der weltweite Markt 2026 auf das sechste Defizitjahr in Folge zu. Für das laufende Jahr wird ein Fehlbetrag von rund 46,3 Millionen Unzen veranschlagt.
Zugleich verharrt die globale Minenproduktion auf niedrigem Niveau. Mit erwarteten 844,1 Millionen Unzen bleibt die Fördermenge hinter dem Vorjahreswert von 846,6 Millionen Unzen zurück. Verschärft wird diese Lage durch die Struktur des Bergbaus: Lediglich rund 26 Prozent des weltweiten Angebots stammen aus primären Silberminen.
Der weitaus größere Teil fällt als Nebenprodukt bei der Förderung von Blei, Zink, Kupfer oder Gold an. Diese Inflexibilität verhindert, dass Förderer kurzfristig auf Marktpreise mit Ausweitungen des Angebots reagieren können.
Chartbild bleibt kurzfristig stabil
Die relative Stärke spiegelt sich auch im technischen Verlauf wider.
Zwar hatte die Entspannung an den Ölmärkten den Inflationsdruck kurzfristig gemindert. Solange die Minenproduktion jedoch stagniert, bleibt die fundamentale Untergrenze für das Edelmetall gut abgesichert.
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