Silber, Preis

Silber Preis: Tiefstand seit August nach Dollar-Anstieg

Veröffentlicht am: 29.09.2026 um 13:41 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Der Silberkurs fiel am Montag um 5,7 Prozent; CLSA erwartet für 2026 ein physisches Marktdefizit von 46,3 Millionen Unzen.

Silberpreis unter Druck: US-Dollar und Renditen belasten den Markt
Gestapelte Silberbarren und Silbermünzen auf einer dunklen Schieferplatte bei natürlichem Licht. Illustration mit AI erstellt.

Ein erstarkter US-Dollar und anziehende Renditen am US-Anleihemarkt belasten das Edelmetall spürbar. Nachdem der Silberpreis zum Wochenauftakt deutlich nachgegeben hatte, setzte sich die Schwächephase am heutigen Dienstag zunächst fort. Zwischenzeitlich markierte die Notierung den tiefsten Stand seit Anfang August, ehe im Tagesverlauf eine leichte technische Gegenbewegung einsetzte.

Makroökonomische Faktoren belasten das Edelmetall

Für den jüngsten Kursrutsch sorgen vor allem veränderte Rahmenbedingungen an den globalen Finanzmärkten. Wie die Stuttgarter Zeitung berichtete, drückten am Montag steigende Renditen bei US-Staatsanleihen, Zinserwartungen an die US-Geldpolitik und ein festerer US-Dollar auf die Notierungen.

Für zinslose Anlagen wie Silber bedeuten höhere Renditen bei festverzinslichen Wertpapieren einen spürbaren Wettbewerbsnachteil, da die Opportunitätskosten der Haltung steigen.

Am Montag beendete der COMEX-Front-Month den Handelstag bei einem Schlusskurs von 61,03 USD je Feinunze, was einem Tagesverlust von 5,7 Prozent entsprach. Seit Jahresanfang verzeichnet das Edelmetall damit ein Minus von 14 Prozent. Medienberichten zufolge führten überverkaufte technische Indikatoren am heutigen Dienstag zwar zu einer vorübergehenden Stabilisierung, Erholungsversuche trafen am Markt jedoch rasch wieder auf erneuten Verkaufsdruck.

Langfristige Perspektiven und strukturelle Trends

Trotz des aktuellen Gegenwinds verweisen Marktbeobachter auf strukturelle Faktoren, die den Markt mittel- bis langfristig beeinflussen könnten. Bei einer Branchenveranstaltung hoben Vertreter des Minenbetreibers First Majestic Silver am Montag hervor, dass neben der traditionellen Nachfrage künftig auch Bereiche wie Rechenzentren für künstliche Intelligenz, Solarpanel und Festkörperbatterien zusätzlichen Bedarf generieren könnten.

Das Brokerhaus CLSA bezifferte die Marktlage am 17. September ebenfalls als angespannt. Für das Gesamtjahr 2026 rechnet das Haus mit einem Defizit am physischen Markt von 46,3 Millionen Unzen, nachdem im Vorjahr 2025 ein Fehlbetrag von 40,3 Millionen Unzen verzeichnet worden war.

Zudem schätzte CLSA, dass seit 2021 rund 762,1 Millionen Unzen an oberirdischen Beständen abgebaut worden seien. Vorläufig bleibt der Silbermarkt jedoch fest im Griff der übergeordneten Zins- und Währungsentwicklung.

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