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Silber Preis: UBS senkt Prognose auf 75 Dollar

Veröffentlicht am: 23.09.2026 um 15:21 Uhr | Redaktion boerse-global.de

UBS rechnet wegen schwächerer Industrieabnahme mit weniger Silbernachfrage. KI-Infrastruktur schafft neue Einsatzfelder, gleicht den Rückgang aber nur teilweise aus.

UBS senkt Silberpreis-Prognose für März 2027 auf 75 Dollar
Gestapelte Silberbarren auf einer dunklen Schieferplatte mit weichem, natürlichem Licht. Illustration mit AI erstellt.

Die Schweizer Großbank UBS hat ihre Erwartungen für den Silberpreis spürbar nach unten korrigiert. Die Strategen Wayne Gordon und Dominic Schneider reduzierten ihre Prognose. Für März 2027 stellen die Experten nun einen Preis von 75 USD in Aussicht. Als wesentlichen Grund für die Zurückhaltung nennen die Analysten eine schwächere industrielle Nachfrage sowie gedämpfte Zukäufe von Investoren.

Vor allem die Nachfrage aus der Solarindustrie gerät zunehmend unter Druck. Höhere Beschaffungspreise veranlassen Hersteller dazu, den Einsatz des Edelmetalls in Modulen weiter zu verringern. Parallel dazu verzeichnet auch der Schmucksektor eine geringere Aktivität. Zusammengenommen beziffert UBS den Rückgang bei diesen Nachfrageposten auf rund 50 Millionen Unzen für das Gesamtjahr.

Neuer Bedarf durch KI-Infrastruktur

Gleichzeitig eröffnen sich für Silber neue Wachstumsfelder abseits der traditionellen Solarfertigung. Hohe Ausgaben für Rechenzentren, künstliche Intelligenz und die Modernisierung von Stromnetzen sorgen für neue Abnehmerkreise. Nach Einschätzung des Branchenverbands Silver Institute werden Rechenzentren im kommenden Jahr mehr als 10 Prozent der gesamten Nachfrage im Bereich der elektrischen und elektronischen Anwendungen ausmachen.

Dieser wachsende Bedarf gleicht den Rückgang im Solarsektor bislang jedoch nur teilweise aus. Eine Ausweitung der Förderung ist für Minenbetreiber kurzfristig schwer umsetzbar, da Silber überwiegend als Beiprodukt beim Abbau von Basismetallen gewonnen wird. Das globale Minenangebot beziffern die UBS-Analysten für das laufende Jahr auf rund 850 Millionen Unzen.

Zinsdruck bremst das Kurspotenzial

Zusätzlicher Gegenwind kommt von den Devisen- und Rentenmärkten. Ein festerer US-Dollar und hohe Renditen von Staatsanleihen schmälern die Attraktivität unverzinster Edelmetalle. Mehrere Vertreter der US-Notenbank signalisierten zuletzt die Bereitschaft zu weiteren Schritten, falls der Inflationsdruck in nachfragesensiblen Wirtschaftsbereichen hoch bleibt.

Am gestrigen Dienstag beendete der COMEX-Front-Month den Handel bei 67,61 USD je Feinunze.

Die Kombination aus strafferer Geldpolitik und vorsichtigeren Industrieaussichten deutet darauf hin, dass die Notierungen vorerst in ihrer etablierten Spanne verharren dürften. Anleger achten nun darauf, ob die jüngsten Unterstützungslinien dem veränderten Zinsumfeld standhalten.

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