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Sivers Semiconductors Aktie: Two Sigma taucht wieder als Leerverkäufer auf

Veröffentlicht am: 03.10.2026 um 05:54 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Leerverkäufe und schwache Quartalszahlen stehen Entwicklungsprojekten sowie einer geplanten US-Zweitnotierung gegenüber.

Sivers Semiconductors: Short-Positionen treffen auf US-Börsenpläne
Ein beleuchteter Halbleiter-Wafer auf einem dunklen, professionellen Schreibtisch, der eine technologische Marktstimmung vermittelt. Illustration mit AI erstellt.

Sivers Semiconductors bleibt ein Schauplatz für risikofreudige Investoren. Dass der Hedgefonds Two Sigma nun erneut als öffentlicher Leerverkäufer im Register der schwedischen Finanzaufsicht auftaucht, schärft den Blick für die Gräben bei dem Halbleiterspezialisten. Gestern schloss das Papier bei 2,91 Euro.

Die Bären lassen dennoch nicht locker. Neben Two Sigma halten weitere Adressen öffentlich ausgewiesene Short-Positionen, sodass insgesamt 5,92 Prozent des Kapitals leerverkauft sind. Ein solcher Druck entsteht selten zufällig. Er wurzelt unter anderem im Bericht von Ningi Research vom 1. Juni, der Vorwürfe zur Umsatzbilanzierung und zu Kundenverträgen erhob.

Für mich ist diese Skepsis ein deutliches Warnsignal. Professionelle Leerverkäufer attackieren Technologieunternehmen selten ohne konkrete Zweifel an der operativen Umsetzung. Wer hier investiert, darf die Vorbehalte der Gegenseite keinesfalls ignorieren.

Operative Impulse gegen die Skepsis

Gleichzeitig liefert das Unternehmen handfeste Argumente gegen das Bärenlager. Gemeinsam wollen die Partner Transceiver für 60-Gigahertz-Festnetzfunk entwickeln. Dabei baut das Vorhaben auf einer bereits im Feld erprobten 28-Gigahertz-Technologie auf.

Dieser Schritt belegt die technologische Relevanz des Unternehmens in den Bereichen Mobilfunk und Photonik. Zudem läuft ein 5,4 Millionen Dollar schweres Chip-Entwicklungsprojekt mit einem Tier-1-Telekomkonzern, das den Zeitraum bis Ende 2026 abdeckt. Ergänzend bestehen Entwicklungsvereinbarungen mit dem NEMC Hub für elektronische Kampfführung sowie 5G- und 6G-Chips.

Die operativen Erfolge können freilich nicht über die bestehenden Ertragsprobleme hinwegtäuschen. Im ersten Quartal 2026 sank der Nettoumsatz im Jahresvergleich um 22 Prozent auf 61,9 Millionen schwedische Kronen. Der operative Verlust belief sich zeitgleich auf 41,5 Millionen Kronen.

Rote Zahlen dieser Größenordnung erklären, warum skeptische Marktakteure weiterhin Potenzial auf der Unterseite wittern. Zur Stärkung der Bilanz hatte das Unternehmen bereits am 16. April eine gezielte Kapitalerhöhung über 125 Millionen Kronen beschlossen. Technologie allein garantiert noch keine nachhaltige Profitabilität.

Der Schritt über den Atlantik

Um diesen Knoten zu durchschlagen, strebt die Unternehmensführung den Gang an die US-Börse an. Für den 22. Oktober ist eine außerordentliche Hauptversammlung in Stockholm angesetzt. Dort sollen die Aktionäre über einen Wechsel des Wirtschaftsprüfers von Deloitte zu Ernst & Young entscheiden. Dieser Schritt gilt im Marktumfeld als direkte Vorbereitung auf eine geplante US-Zweitnotierung.

Zusätzlich steht auf der Versammlung ein Mitarbeiter-Optionsprogramm zur Abstimmung, das bis zu 7.280.000 Optionen umfasst. Dies entspricht einer potenziellen Verwässerung von rund 2 Prozent. Das Management setzt damit klare Anreize für das Team, verlangt den Altaktionären aber ein weiteres Zugeständnis ab.

Eine Notierung in den USA könnte der Aktie zweifellos eine breitere Basis und höhere Liquidität verschaffen. Amerikanische Investoren honorieren Wachstumsgeschichten im Halbleiterbereich oft mit deutlich höheren Multiplikatoren. Voraussetzung dafür bleibt allerdings, dass das Vertrauen in die Berichterstattung unerschüttert bleibt.

Hoher Einsatz für mutige Anleger

Seit Jahresanfang legte der Kurs um beachtliche 648 Prozent zu. Gleichzeitig notiert das Papier aber mit einem Abstand von 72 Prozent noch weit unter seinem 52-Wochen-Hoch. Diese Spanne verdeutlicht, wie extrem die Meinungen über den wahren Wert des Unternehmens auseinandergehen.

Unterm Strich überwiegen für mich derzeit die Chancen einer schrittweisen operativen Wende. Neue Entwicklungsaufträge und die US-Fantasie stützen das Szenario einer Erholung. Solange profilierte Leerverkäufer jedoch nennenswerte Positionen halten, bleibt das Papier hochgradig spekulativ. Anleger sollten hier nur mit strengem Risikomanagement agieren.

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