SK Hynix Aktie: Streit mit Hanmi beigelegt
Veröffentlicht am: 19.09.2026 um 07:46 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der südkoreanische Speicherchiphersteller SK Hynix hat einen rund einmonatigen Konflikt mit seinem zentralen Ausrüster Hanmi Semiconductor beigelegt. Kundendiensttechniker kehren in das Werk in Icheon zurück, während der Handel mit Produktionsanlagen wieder anläuft. Die Vereinbarung stabilisiert die Fertigungslinien für High-Bandwidth-Memory (HBM), mit denen der Konzern vor allem den US-Konzern Nvidia beliefert.
Entspannung bei kritischen Fertigungsanlagen
Der Ausrüster Hanmi Semiconductor liefert über 90 Prozent der sogenannten TC-Bonder, die SK Hynix für den Aufbau moderner HBM-Strukturen benötigt. Rund 30 Prozent des Konzernumsatzes von SK Hynix hängen direkt an den Lieferungen von HBM-Modulen an Nvidia. Umgekehrt bezieht Hanmi mehr als die Hälfte seiner Erlöse von SK Hynix.
Der beigelegte Streit beseitigt ein unmittelbares operatives Risiko in der Beschaffungskette. Angesichts voller Auftragsbücher in der Halbleiterindustrie hätte ein längerer Stillstand bei der Anlagenwartung die vertraglichen Lieferfristen für Grafikprozessoren gefährden können. An der Börse in Seoul schloss die Aktie am Freitag bei 1.839.000,00 KRW, was einem Tagesgewinn von 5,4 Prozent entsprach.
Hohe Nachfrageprognosen für KI-Speicher
Unterstützung erhält der Halbleiterkonzern durch positive Prognosen für den gesamten Speichermarkt. Bis zum Jahr 2028 soll sich das benötigte Volumen gegenüber 2026 sogar auf die 2,8-fache Menge ausweiten. Citi rechnet bis 2031 mit anhaltenden Angebotsengpässen bei Speichern.
Sorgen über eine Verlangsamung der Entwicklungsschritte bei Künstlicher Intelligenz teilen Branchenbeobachter nur bedingt. Analyst Kim Un-ho von IBK Investment & Securities verweist darauf, dass der zunehmende Einsatz autonomer KI-Agenten eine eigenständige Basis für den Bedarf an dynamischem Arbeitsspeicher schaffe.
Die Investitionen in die notwendige Rechenleistung dürften daher stetig weiterlaufen. Auf dem AI Infrastructure Summit präsentierte SK Hynix unterdessen neue Speicherarchitekturen wie PIM, SALT-KV und HBF.
US-Standortpläne als strategische Ergänzung
Flankiert wird die operative Erholung von Überlegungen für den Ausbau der internationalen Fertigung. Laut Reuters führt SK Hynix explorative Gespräche mit Intel über die Anmietung von Fertigungskapazitäten in dessen künftigem Werk im US-Bundesstaat Ohio. Eine bindende Vereinbarung existiert bislang nicht.
Zudem prüft die US-Tochter Solidigm den Bau einer eigenen Fabrik für NAND-Flash-Speicher, wobei der Bundesstaat New York als Favorit gilt. Bislang produziert Solidigm NAND-Speicher ausschließlich am chinesischen Standort Dalian. Mit einem Kursanstieg von 183 Prozent seit Jahresbeginn spiegelt das Papier von SK Hynix die starke Marktstellung bei KI-Speicherchips wider.
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