Smi: Pharma schlägt ABB-Schwäche
Veröffentlicht am: 20.10.2026 um 20:53 Uhr | Redaktion boerse-global.deDer Schweizer Leitindex hat sich am Dienstag nach zähem Start in die Gewinnzone gearbeitet. Defensive Schwergewichte zogen ihn nach oben, während ABB nach Zahlen deutlich nachgab. Der Index schloss bei 14.478,37 Punkten, ein Plus von 0,76 Prozent.
Zäher Start, starker Nachmittag
Am Vormittag rutschte der SMI zunächst bis auf 14.332 Punkte ab. Danach bewegte er sich lange seitwärts. Erst am Nachmittag drehte die Stimmung, auch weil die großen US-Börsen ins Plus wechselten. Händler verwiesen zudem auf vage Hoffnungen auf eine Friedenslösung im US-Iran-Konflikt: Vermittler aus Katar und Pakistan sollen einen Kompromissvorschlag vorgelegt haben.
Damit setzt der Index seinen Aufschwung der vergangenen Woche fort, der nur am Vortag unterbrochen wurde. Die Investoren bleiben allerdings zurückhaltend. Der EuroStoxx 50 ging mit einem Minus von 0,38 Prozent aus dem Handel, der Schweizer Markt hob sich also klar vom europäischen Umfeld ab.
Pharma vorn, ABB hinten
Die Gewinner kamen aus dem Gesundheitssektor. Roche stieg um mehr als 2,5 Prozent, gestützt von einer Hochstufung durch Oddo auf "Outperform". Alcon legte 2,2 Prozent zu, Lonza und Novartis gewannen rund 2 beziehungsweise 1,85 Prozent. Auch Versicherer wie Swiss Re und Zurich sowie Lindt & Sprüngli und Amrize rückten um 1 bis 1,5 Prozent vor.
Am anderen Ende stand ABB. Der Industriekonzern verlor 5 Prozent. Der Quartalsgewinn lag mit 1,181 Milliarden Dollar leicht unter dem Vorjahreswert, der Gewinn je Aktie blieb hinter den Erwartungen zurück. Zwar hob ABB die Ziele leicht an. Händler verwiesen aber auf die schwache Stimmung im gesamten Industriesektor, auch Schneider Electric und Siemens gaben nach.
VAT büßte etwa 3,1 Prozent ein, Julius Baer verlor 0,7 Prozent. Swisscom und Sonova schlossen leicht tiefer.
Handelsbilanz mit Überschuss
Konjunkturseitig lieferte die Schweizer Außenhandelsbilanz solide Daten. Der Überschuss im dritten Quartal belief sich auf 14,0 Milliarden Franken, nach 13,2 Milliarden im zweiten Quartal. Die realen Exporte erholten sich um 3,3 Prozent, nachdem sie im Vorquartal um 0,8 Prozent gesunken waren.
Die Marke von 14.500 Punkten liegt nun nur noch knapp über dem Schlussstand. Hält die Rotation in Defensivwerte an, rückt sie in Reichweite. Belasten dagegen die KI-Verwerfungen im Technologie- und Industriesektor weiter, dürfte die Schwäche bei Titeln wie ABB und VAT den Index bremsen.
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