Smith, Nephew

Smith & Nephew Aktie: Prognose gesenkt, US-Knie schwächeln

Veröffentlicht am: 04.11.2026 um 19:53 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Sportmedizin legte zu, doch schwache US-Gelenkumsätze drücken Umsatz-, Gewinn- und Cashflow-Ausblick für 2026.
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Smith & Nephew wächst wieder schneller, muss seine Jahresziele aber trotzdem zurücknehmen. Die starke Sportmedizin kann die Schwäche bei US-Hüften und -Knien nicht ausgleichen. Heute senkte das Unternehmen deshalb seine Umsatz- und Gewinnprognose. Zugleich bestätigte es das Ende der Gespräche mit Johnson & Johnson über eine Kombination der Orthopädiegeschäfte.

Sportmedizin trägt das Quartalswachstum

Im dritten Quartal 2026 erreichte der Umsatz 1,551 Mrd. US-Dollar. Das zugrunde liegende Wachstum betrug 3,4 Prozent. Damit beschleunigte sich das Geschäft gegenüber dem Vorquartal, blieb aber hinter den Markterwartungen zurück.

Die Entwicklung unterscheidet sich deutlich zwischen den Geschäftsbereichen. Während Sportmedizin und HNO kräftig zulegten, stagnierte das Geschäft mit fortgeschrittener Wundversorgung weitgehend. Die Orthopädie kehrte zum Wachstum zurück, ohne ihre Probleme im US-Geschäft zu überwinden.

Sports Medicine & ENT verzeichnete ein zugrunde liegendes Plus von 7,9 Prozent. Der Bereich Joint Repair wuchs um 11,2 Prozent. Advanced Wound Management verlor dagegen 0,2 Prozent.

Besonders belastend bleibt die Entwicklung bei amerikanischen Gelenkimplantaten. Außerhalb der USA stiegen die Umsätze mit Hüften und Knien. Diese regionale Gegenbewegung reicht jedoch nicht aus, um die Jahresziele zu halten.

Der US-Knieumsatz sank um 7,3 Prozent, das US-Hüftgeschäft um 1 Prozent. Laut Reuters macht die Orthopädie rund 40 Prozent des Jahresumsatzes aus. Ihre Entwicklung hat damit erhebliches Gewicht für den Gesamtkonzern.

Niedrigere Ziele trotz stärkerem Wachstum

Für 2026 erwartet Smith & Nephew nun ein zugrunde liegendes Umsatzwachstum von rund 3 Prozent statt bislang rund 4 Prozent. Die Beschleunigung im jüngsten Quartal ist also kein Signal für eine unveränderte Geschäftsdynamik bis zum Jahresende.

Nach Angaben des Unternehmens dürfte sich das US-Hüft- und Kniegeschäft im Schlussquartal weiter abschwächen. Damit bleibt gerade jener Bereich unter Druck, für den Smith & Nephew parallel strategische Alternativen sucht.

Das erwartete Wachstum des Trading-Gewinns sinkt auf rund 4 Prozent statt 8 Prozent. Der Gewinn soll nun rund 1,25 Mrd. US-Dollar erreichen.

Auch bei der Mittelgenerierung setzt das Unternehmen vorsichtiger an. Die Prognosesenkung betrifft somit nicht nur den Umsatz, sondern ebenso die erwarteten finanziellen Rückflüsse aus dem Geschäft.

Den freien Cashflow veranschlagt Smith & Nephew auf rund 750 Mio. statt 800 Mio. US-Dollar. Das Ziel für die Cash Conversion bleibt mit rund 95 Prozent unverändert.

Strategische Suche bleibt offen

Die Gespräche über eine Kombination mit der Johnson-&-Johnson-Sparte DePuy Synthes sind beendet. Laut Reuters scheiterten sie nach Angaben einer mit der Angelegenheit vertrauten Quelle an der Frage der Führung des fusionierten Unternehmens. Smith & Nephew prüft weiterhin strategische Optionen für die Orthopädie. Eine neue Transaktion ist damit nicht angekündigt.

Jefferies hält trotz der schwächeren Prognose an seiner Kaufempfehlung und dem Kursziel von 1.500 Pence fest. Das Analysehaus hatte nach den Zahlen allerdings zunächst eine negative Kursreaktion erwartet.

Für Anleger stehen damit zwei Entwicklungen nebeneinander: Die Sportmedizin liefert Wachstum, während die US-Orthopädie die Konzernziele belastet. Entscheidend ist, ob Smith & Nephew diese operative Schwäche begrenzen kann. Die beendeten Fusionsgespräche bieten dafür vorerst keine Lösung.

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