Smith, Nephew

Smith, Nephew Aktie: Robotik-Vorstoß mit Imperial College

Veröffentlicht am: 18.08.2026 um 09:17 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Smith+Nephew gründet mit dem Imperial College ein Robotik-Zentrum und präsentiert ein flexibles Instrument für die Hüftchirurgie.

Smith+Nephew: Uni-Kooperation und neues Hüftinstrument
Moderner medizinischer Roboterarm in einer sterilen Laborumgebung als Symbol für technologischen Fortschritt in der Chirurgie. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Smith+Nephew setzt auf einen neuen Ansatz bei der Entwicklung medizinischer Robotik. Der britische Medizintechnikkonzern hat mit dem Imperial College London eine auf fünf Jahre angelegte Partnerschaft gestartet, die Fortschritte in der robotergestützten Chirurgie für den Bewegungsapparat beschleunigen soll. Es ist das erste Mal, dass Smith+Nephew ein Zentrum dieser Art innerhalb einer Universität gründet.

Forschung statt Lizenzmodell

Die Kooperation bricht mit dem klassischen Innovationsmodell der Branche. Statt Technologien von Universitäten zu lizenzieren oder eigenständig zu entwickeln, arbeiten die Ingenieure des Unternehmens direkt mit den Forschern des Imperial zusammen. Das neue Zentrum wird im Hamlyn Centre angesiedelt, einem Teil des Institute of Global Health Innovation und einer der führenden Adressen für robotergestützte Chirurgie.

Geleitet wird das Vorhaben von Professor Ferdinando Rodriguez y Baena, dessen Team sich auf Robotik für orthopädische Eingriffe spezialisiert hat. Im Vollausbau sollen ein Postdoc-Forscher und bis zu sieben promotionsfinanzierte Stellen an dem Programm arbeiten.

Die Forschungsschwerpunkte liegen auf markerloser Registrierung und Tracking-Verfahren, die auf feste Marker am Knochen verzichten, sowie auf Computer-Vision-Systemen, die sich in Echtzeit an die Anatomie des Patienten anpassen. Ziel ist es, robotergestützte Chirurgie weniger invasiv und auch außerhalb spezialisierter Zentren zugänglich zu machen.

Neues Produkt für Hüftchirurgie

Parallel zur akademischen Partnerschaft hat Smith+Nephew ein neues Instrument für die Hochfrequenz-Resektion in der Hüftchirurgie vorgestellt. Der FLOW FLEXTEND COBLATION Wand verfügt über eine verstellbare Spitze und soll Chirurgen einen besseren Zugang zu schwer erreichbarem Gewebe an Hüfte, Knie und Schulter ermöglichen. Das Produkt baut auf der firmeneigenen FLOW~IQ-Technologie auf, die seit 2016 klinisch und kommerziell etabliert ist.

Erste Rückmeldungen von Chirurgen, die das Instrument getestet haben, fielen positiv aus. Sie betonten vor allem die zusätzliche Flexibilität gegenüber bisherigen, starren Wand-Optionen bei komplexen Eingriffen im Hüftgelenk.

Beide Ankündigungen fallen in ein für das Unternehmen symbolträchtiges Jahr: 2026 markiert das 170. Jubiläum von Smith+Nephew, das 1856 im britischen Hull gegründet wurde und mittlerweile in rund 100 Ländern aktiv ist.

Die Kombination aus akademischer Grundlagenforschung und konkreten Produktneuheiten wie dem FLOW FLEXTEND Wand zeigt, wie das Unternehmen seine Innovationspipeline in der Orthopädie und Sportmedizin gleichzeitig auf mehreren Ebenen vorantreibt.

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