Snowflake Aktie: Plattform nach ASOS-Vorfall entlastet
Veröffentlicht am: 09.10.2026 um 21:19 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Nach Vorwürfen im Zusammenhang mit einem Datendiebstahl beim britischen Onlinehändler ASOS hat Snowflake klargestellt, dass die eigene Plattform zu keinem Zeitpunkt kompromittiert wurde. Der Vorfall sei weder auf eine Schwachstelle noch auf eine Fehlkonfiguration des Cloud-Spezialisten zurückzuführen, teilte das Unternehmen heute mit.
Anleger reagierten erleichtert: Die Snowflake-Aktie kletterte im heutigen Handel um 7,0 Prozent auf 328,00 Euro. Damit notiert das Papier nur noch knapp unter seinem 52-Wochen-Hoch von 330,00 Euro.
Entwarnung nach Erpressungsversuch bei ASOS
Ausgangspunkt der Unruhe war ein Vorfall am Dienstag. Angreifer hatten über die offizielle App des Modehändlers ASOS unautorisierte Push-Nachrichten versendet und behauptet, eine Snowflake-Instanz geknackt zu haben.
ASOS bestätigte in der Folge unbefugte Aktivitäten auf Drittplattformen, nachdem Angreifer Zugangsdaten eines Mitarbeiters durch Täuschung erbeutet hatten. Entwendet wurden dabei Kontaktdaten und Suchhistorien von Kunden, während Zahlungsdaten und Passwörter nach Unternehmensangaben unberührt blieben.
Snowflake untersuchte den Fall umgehend und fand keine Anzeichen für ein Eindringen in die eigenen Systeme. Kunden des Datenunternehmens müssen dementsprechend keine technischen Anpassungen oder Sicherheitsmaßnahmen vornehmen. Die rasche Aufklärung nahm dem Markt rasch die Sorge vor operativen Folgeschäden oder Vertrauensverlusten.
Neue Werkzeuge für Unternehmenskunden
Gleichzeitig treibt Snowflake seine Produktpalette rund um generative Intelligenz voran. Das Unternehmen stellte am Donnerstag das Cortex AI Gateway in einer öffentlichen Vorschau vor. Die Schnittstelle dient als Steuerungsebene für Modellzugriffe und Sicherheitsrichtlinien, über die Unternehmen Sprachmodelle verschiedener Anbieter zentral verwalten und Kosten kontrollieren können.
Zusätzlich präsentierte Snowflake mit dem Modell Snowflake Decision ein spezialisiertes Werkzeug für Klassifikationen und Filterungen großer Datenmengen. In internen Vergleichstests auf Basis von 29 Benchmark-Kategorien setzte sich das Modell an die Spitze von 72 getesteten Systemen.
Snowflake reagiert mit den Neuerungen auf den Trend, dass immer mehr Firmen autonome Agenten einsetzen, dabei jedoch strenge Leitplanken für Datensicherheit und Governance benötigen.
Rückenwind durch Ausgaben für Cloud-Infrastruktur
Für zusätzlichen Auftrieb sorgt die verbesserte Stimmung im gesamten Softwaresektor. Das Bankhaus JPMorgan stufte Snowflake als einen seiner Favoriten unter den Infrastrukturwerten ein und verwies darauf, dass die Nachfrage nach Rechen- und Datenkapazitäten durch KI-Projekte die Branche weiter stützen dürfte. Branchenerhebungen zum dritten Quartal signalisierten zuletzt ein deutliches Plus bei großvolumigen Cloud-Verträgen.
Snowflake hatte seine Prognose für das Umsatzwachstum im Produktgeschäft bereits vor gut drei Wochen auf 36 Prozent erhöht. Die Kombination aus geklärten Sicherheitsbedenken und neuen Software-Angeboten festigt die Position des Unternehmens im Markt für datenintensive Firmenanwendungen.
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