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SoftBank Group Aktie: Anleihe-Nachfrage übertrifft 20 Milliarden

Veröffentlicht am: 23.09.2026 um 04:21 Uhr | Redaktion boerse-global.de

SoftBank Group stößt auf hohe Nachfrage nach neuen Anleihen, muss wegen steigender Finanzierungskosten und OpenAI-Risiken jedoch mehr zahlen.

SoftBank Group zahlt hohe Zinsen trotz Milliardeninteresse
Abstrakte Darstellung moderner Finanzarchitektur bei Dämmerung, symbolisierend Stabilität und Investitionsstärke. Illustration mit AI erstellt.

Die Risikoprämien für den japanischen Technologiekonzern SoftBank Group klettern ungeachtet eines regen Interesses an den Kapitalmärkten. Für die geplante Emission unbesicherter Anleihen liegen vorläufige Zeichnungswünsche von mehr als 20 Milliarden US-Dollar vor. Gleichzeitig testen die Renditen für die längste Tranche mit einer Laufzeit von siebeneinhalb Jahren die Marke von zehn Prozent.

Der hohe Zinskupon unterstreicht die wachsende Skepsis institutioneller Gläubiger gegenüber der expansiven Finanzstrategie von Konzernchef Masayoshi Son. Zwar stufen Ratingagenturen wie Fitch und S&P die Bonität des Unternehmens weiterhin mit BB+ und damit im obersten spekulativen Bereich ein.

Allerdings preisen die Rentenmärkte die zunehmende Abhängigkeit von einer einzelnen Großbeteiligung spürbar schärfer ein als noch zu Jahresbeginn. Die Risikoaufschläge entfernen sich damit zusehends vom Niveau klassischer Industrieanleihen.

Diese Vorsicht spiegelt sich deutlich in den Kreditausfallversicherungen wider. Im gestrigen Handel legte die Aktie dennoch um 3,3 Prozent auf einen Schlusskurs von 38,62 Euro zu.

Für die Anteilseigner erweist sich dieses Zinsumfeld als zweischneidiges Schwert. Einerseits sichert sich SoftBank verlässliche Liquidität auf den internationalen Kapitalmärkten, um seine milliardenschweren Zusageverpflichtungen geordnet zu erfüllen. Andererseits engen die steigenden Refinanzierungskosten den künftigen Spielraum für Ausschüttungen oder Aktienrückkäufe spürbar ein.

Das Klumpenrisiko im KI-Sektor

Hinter dem enormen Kapitalhunger steht die massive Konzentration auf OpenAI. Nach Abschluss der für den 1. Oktober geplanten Tranche beläuft sich das finanzielle Engagement bei dem Softwareentwickler auf kumuliert rund 64,6 Milliarden Dollar.

Mit dieser Summe sichert sich die Beteiligungsgesellschaft eine maßgebliche Rolle bei dem US-Pionier. Doch die Wette auf den Marktführer birgt erhebliche Risiken, da ein Börsengang von OpenAI nach Unternehmensangaben nicht vor dem kommenden Jahr ansteht. SoftBank muss den immensen Kapitalbedarf seines wichtigsten Hoffnungsträgers somit vorerst über die eigene Bilanz abstützen.

Berichten der Financial Times zufolge rechnet OpenAI bis Ende 2030 mit einem Mittelabfluss von rund 280 Milliarden Dollar. Dem steht das ehrgeizige Ziel gegenüber, die Erlöse bis zu diesem Zeitpunkt auf 350 Milliarden Dollar zu vervielfachen. SoftBank finanzierte die bisherigen Zukäufe unter anderem durch die vollständige Trennung von Nvidia-Anteilen.

Strategischer Umbau belastet Bilanzstruktur

Um die gewaltigen Verpflichtungen zu schultern, veräußerte der Konzern zudem substantielle Positionen an dem US-Telekomkonzern T-Mobile. Parallel dazu dienen bestehende Kernbeteiligungen vermehrt als Pfand für kurzfristige Liquiditätslinien.

Besonders das Engagement an dem Chipentwickler Arm wird intensiv als Sicherheit für Kreditaufnahmen genutzt. Die aggressive Umschichtung transformiert das Konglomerat immer stärker in einen spezialisierten Tech-Finanzierer.

Die Emission soll bestehende Verbindlichkeiten ablösen und die Fälligkeitenstruktur glätten. Das Settlement der neuen Papiere ist für den 29. September vorgesehen. Für Anleger wird die Tragfähigkeit dieser hohen Zinslast der entscheidende Gradmesser für die kommenden Quartale sein.

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