Softcat Aktie: Deutsche Bank stuft auf Hold
Veröffentlicht am: 27.08.2026 um 05:27 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der britische IT-Infrastrukturanbieter Softcat sieht sich nach einer monatelangen Aufwärtsbewegung an der Börse mit einer vorsichtigeren Einschätzung durch Analysten konfrontiert.
Trotz weiterhin optimistischer Wachstumserwartungen im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) führten Bewertungsfragen am gestrigen Mittwoch zu einer Herabstufung der Aktie. Das Papier, das gestern bei 24,00 € schloss, hat seit Jahresbeginn bereits um 45 % an Wert gewonnen.
Analysten sehen Bewertungsgrenzen
Die Analysten der Deutschen Bank haben ihre Empfehlung für Softcat gestern von „Buy“ auf „Hold“ gesenkt. Zwar hoben die Experten das Kursziel von 1.800 Pence auf 2.140 Pence an, begründeten die Herabstufung jedoch mit der rasanten Kursentwicklung der vergangenen Monate. Die Rallye habe die fundamentalen Daten mittlerweile überholt.
Laut Reuters weisen die Analysten darauf hin, dass die Aktie derzeit etwa mit dem 24-fachen der für das Kalenderjahr 2027 erwarteten Gewinne gehandelt wird. Damit seien die potenziellen Kursgewinne durch die steigende Nachfrage nach KI-Infrastruktur zunehmend im aktuellen Preis eingepreist.
Am Dienstag hatte der Titel noch ein neues 52-Wochen-Hoch bei 24,40 € markiert, wovon er sich im gestrigen Handel wieder leicht entfernte. Die Marktexperten betonen jedoch, dass das Unternehmen weiterhin von zweistelligen Wachstumsraten profitiert, auch wenn das Aufwärtspotenzial kurzfristig begrenzt erscheint.
Impulse durch Cloud-Dienste und Regierungspläne
Das operative Geschäft von Softcat zeigt sich derweil robust. Medienberichten zufolge profitiert das Unternehmen von einer stabilen Nachfrage nach Unternehmens-IT und einem anhaltenden Trend hin zu Cloud-Lösungen und Managed Services mit höheren Margen in den Märkten Großbritannien und Irland.
Ein Beispiel für die operative Tätigkeit ist die Zusammenarbeit mit der Polizei von Lancashire. Diese nutzt über Softcat die Foundry-Software von Palantir Technologies im Rahmen eines Projekts zur Erprobung neuer Technologien, das mit rund 860.000 Britischen Pfund veranschlagt wurde.
Zusätzliche Impulse erhofft sich der Markt vom kommenden britischen Haushalt, der für den 28. Oktober angekündigt ist. Analysten erwarten, dass darin Investitionen in die Produktivität des öffentlichen Sektors und die KI-Infrastruktur innerhalb des staatlichen Gesundheitsdienstes NHS sowie in Regierungsbehörden eine zentrale Rolle spielen könnten. Softcat gilt hierbei als einer der Hauptprofiteure möglicher staatlicher Aufträge.
Institutionelles Vertrauen bleibt bestehen
Ungeachtet der jüngsten Herabstufung durch die Deutsche Bank genießt das Unternehmen weiterhin hohes Vertrauen bei großen Investoren. Der Mercantile Investment Trust gab in einer Pflichtmitteilung bekannt, dass Softcat per Ende Juli die größte Einzelbeteiligung im Portfolio darstellte. Das Unternehmen macht demnach 4,3 % des Gesamtvermögens des Trusts aus.
Diese institutionelle Absicherung stützt den Wert, während die Marktteilnehmer nun beobachten, ob die hohen Erwartungen an das KI-gestützte Wachstum in den kommenden Quartalsberichten bestätigt werden können. Die fundamentale Aufstellung im britischen Softwaresektor bleibt ein wesentlicher Faktor für die langfristige Bewertung, auch wenn die Aktie nach dem starken Lauf des laufenden Jahres vorerst in eine Konsolidierungsphase übergehen könnte.
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