Soiltech Aktie: Rekordquartal, mĂŒde Reaktion
Veröffentlicht am: 20.08.2026 um 09:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
132 Millionen Norwegische Kronen Umsatz, ein Rekord in der Firmengeschichte, eine Marge von 27 Prozent â und die Aktie bewegt sich kaum. Der norwegische Anbieter von Abfallmanagement-Technologien fĂŒr die Offshore-Ăl- und Gasindustrie legte am heutigen Donnerstag Zahlen vor, die operativ ĂŒberzeugen. Der Kurs reagierte mit einem minimalen RĂŒckgang auf 88,6 Dollar und bleibt damit nahe seinem Jahreshoch.
Wachstum auf breiter Front
Der Umsatz kletterte im zweiten Quartal um 17 Prozent gegenĂŒber dem Vorjahr und um 32 Prozent gegenĂŒber dem ersten Quartal. Beide GeschĂ€ftsbereiche trugen bei: Die FlĂŒssigkeitsaufbereitung wuchs im ersten Halbjahr auf 119 Millionen Kronen, das FestabfallgeschĂ€ft auf 113 Millionen Kronen. Das bereinigte EBITDA stieg auf 36 Millionen Kronen, die Marge verbesserte sich von 24 auf 27 Prozent.
Die Eigenkapitalquote liegt bei 45 Prozent, die Nettoverschuldung im VerhĂ€ltnis zum EBITDA bei dem 2,12-Fachen â deutlich unter der Kreditauflage von 3,75. Das Unternehmen zĂ€hlt inzwischen rund 30 laufende VertrĂ€ge, gestĂŒtzt durch neue AbschlĂŒsse und Vertragserweiterungen in Norwegen, GroĂbritannien und im Nahen Osten.
Die moderate Kursreaktion könnte darauf hindeuten, dass Investoren die starken Zahlen gegen kurzfristige Unsicherheiten abwĂ€gen. FĂŒr das dritte Quartal rechnet das Management mit etwas niedrigeren Erlösen als im Rekordquartal, allerdings weiterhin deutlich ĂŒber dem Niveau des ersten Quartals â ĂŒblich bei schwankenden BohraktivitĂ€ten.
Investitionsoffensive ohne Kapitalerhöhung
Soiltech hat im ersten Halbjahr rund 200 Millionen Kronen in neues Equipment investiert, um die erwartete Nachfrage ab 2027 zu bedienen. Etwa die HĂ€lfte davon ist bereits an unterzeichnete VertrĂ€ge gebunden, die Amortisationszeit wird auf rund drei Jahre veranschlagt. Nach Quartalsende sicherte sich das Unternehmen zusĂ€tzlich eine Kreditlinie ĂŒber 150 Millionen Kronen â eine Kapitalerhöhung soll nach Aussage des Managements nicht nötig sein.
Vorstandschef Jan Erik bezeichnete das Quartal als das bislang stĂ€rkste der Firmengeschichte und verwies auf einen Auftragsbestand, der so hoch sei wie nie zuvor. Als gröĂte Wachstumsbremse nannte er nicht die Finanzierung, sondern die FĂ€higkeit, bei zunehmendem Tempo ausreichend geschultes Personal fĂŒr die ProjektqualitĂ€t bereitzustellen.
Offen bleiben zwei Steuerstreitigkeiten mit der norwegischen Finanzverwaltung, darunter ein Fall im Zusammenhang mit der Oceanteam-Fusion. Sollte die Behörde in beiden Verfahren obsiegen, bezifferte das Management den bisher entstandenen Kassenwirkungseffekt auf etwa 8 Millionen Kronen.
Eine Dividende bleibt intern in der Diskussion, ein Beschluss liegt bislang nicht vor â das Management betonte, damit kein Signal gegen die Wachstumsstrategie setzen zu wollen.
FĂŒr den Nahen Osten zeichnet sich noch keine Normalisierung ab: Bohrinseln kehren zwar zurĂŒck, die tatsĂ€chliche AbfallbehandlungsaktivitĂ€t hinkt jedoch weiter hinterher. Ein neuer Vertrag in den Vereinigten Arabischen Emiraten soll im dritten Quartal anlaufen, wĂ€hrend Saudi-Arabien als langfristige Wachstumschance gilt.
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