Solana: Milliarden-Marke beim ETF geknackt
Veröffentlicht am: 28.08.2026 um 19:53 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Zehn Monate nach dem Start hat ein Solana-Fonds die Milliarden-Dollar-Grenze durchbrochen. Der Bitwise Solana Staking ETF (BSOL) meldete am Freitag ein verwaltetes Vermögen von einer Milliarde Dollar — bemerkenswert, weil der Großteil der Zuflüsse ausgerechnet in einem schwachen Marktumfeld kam.
Bitwise-Präsident Teddy Fusaro wies darauf hin, dass die BSOL-Anteile trotzdem rund 40 Prozent unter ihrem Ausgabepreis notieren, während Solana selbst etwa 60 Prozent unter seinem Rekordhoch liegt.
Die Diskrepanz zwischen Mittelzuflüssen und Kursverlauf wirkt zunächst widersprüchlich. Seit dem Start der Spot-Solana-ETFs im September 2025 hat sich ein kumuliertes Handelsvolumen von über 13 Milliarden Dollar aufgebaut, begleitet von Nettozuflüssen von 1,7 Milliarden Dollar ohne nennenswerte Abflussphase — trotz eines schwierigen ersten Halbjahres. Vermögensverwalter kauften im zweiten Quartal offenbar zu, während Hedgefonds eher verkauften.
Kurs zieht deutlich an
Der jüngste Zahlenkontrast passt zur aktuellen Kursbewegung: Solana kletterte zuletzt über die Marke von 105 Dollar und verzeichnet im August ein Plus von rund 44 Prozent — den stärksten Monat seit 2024. Parallel dazu schloss das Netzwerk diese Woche seine erste bindende Onchain-Abstimmung zur Geldpolitik ab. Alle drei zur Wahl stehenden Vorschläge zur künftigen Inflationsrate erreichten das nötige Quorum und wurden angenommen.
Die Positionen der großen Treasury-Firmen gingen dabei auseinander. Solana Company (Nasdaq: HSDT) stimmte gegen beide vorgeschlagenen wirtschaftlichen Änderungen und argumentierte, institutionelle Staker bräuchten planbare Renditen wichtiger als eine schnellere Angebotsreduktion.
DeFi Development Corp votierte in die entgegengesetzte Richtung und kaufte im Anschluss rund 19.000 SOL für 1,86 Millionen Dollar — der erste Zukauf des Unternehmens seit Oktober 2025, finanziert teilweise durch die Auflösung einer ZeroStack-Position. Die Treasury des Unternehmens wuchs damit auf etwa 2,33 Millionen SOL.
Auf der Nachfrageseite bringt der Vermögensverwalter Charles Schwab mit rund zwölf Billionen Dollar an verwaltetem Vermögen zusätzliche Dynamik: Das Unternehmen kündigte an, SOL neben Avalanche und Chainlink in sein Krypto-Angebot aufzunehmen und damit potenziell Millionen Brokerage-Kunden Zugang zu verschaffen. Unter den bekannten institutionellen Haltern von Solana-ETFs führt aktuell Goldman Sachs mit einer Position von knapp 90 Millionen Dollar.
Die Gemengelage aus verknapptem Angebot durch die Governance-Entscheidung, einem breiteren Vertriebskanal über Schwab und zurückkehrenden Treasury-Käufern zeichnet ein Bild, das viele Marktbeobachter als bullisches Setup für den September werten.
Ob sich der Schwung angesichts der ohnehin volatilen Kryptomärkte fortsetzt, muss sich erst noch zeigen — die strukturellen Weichen für mehr institutionellen Zugang sind mit der Schwab-Ankündigung jedenfalls gestellt.
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