Solana: Rekordabfluss bei US-Spotfonds
Veröffentlicht am: 05.11.2026 um 07:04 Uhr | Redaktion boerse-global.deSolana erholt sich heute, doch die Fondsnachfrage liefert bislang keine Bestätigung für eine nachhaltige Trendwende. Der Kurs von 95,99 USD und das Tagesplus von 0,5% zeigen zunächst eine Stabilisierung nach dem jüngsten Ausverkauf. Gleichzeitig wachsen einzelne Nutzungsbereiche des Netzwerks. Für Anleger ergibt sich damit ein geteilter Befund: mehr Aktivität auf der Blockchain, aber weiterhin Zurückhaltung bei börsengehandelten Anlageprodukten.
ETF-Abflüsse belasten die Erholung
Die US-Solana-Spot-ETFs verzeichneten laut SoSoValue in der Woche bis zum 30. Oktober Nettoabflüsse von etwa 71,47 Mio. US-Dollar. Das war der höchste Wochenabfluss seit ihrer Auflegung. Die Verkäufe zeigen, dass sich Anleger über diese Produkte zuletzt aus Solana zurückzogen.
Eine anschließende Beruhigung ist noch nicht mit zurückkehrendem Kaufinteresse gleichzusetzen. Ausbleibende Abflüsse nehmen zwar unmittelbaren Verkaufsdruck aus diesem Marktsegment. Für eine breiter abgestützte Erholung wären jedoch neue Zuflüsse ein stärkeres Signal.
Laut Farside Investors lagen die Nettoflüsse am Montag und Dienstag jeweils bei null. Die jüngste Kurserholung trifft damit bislang nicht auf eine erkennbare Rückkehr der Nachfrage über US-Spotfonds.
Auch im größeren Kursbild bleibt die Gegenbewegung begrenzt. Solana hat einen deutlichen Rückgang hinter sich, den ein freundlicher Handelstag allein nicht aufhebt. Entscheidend ist deshalb weniger die kurzfristige Entlastung als deren Bestätigung durch zusätzliche Nachfrage.
Auf Sicht von 30 Tagen beträgt die Kursveränderung weiterhin -20%. Das ordnet die heutige Stabilisierung als Erholungsversuch nach einer ausgeprägten Schwächephase ein.
Netzwerknutzung setzt einen Gegenakzent
Abseits der Fondsflüsse zeigen Zahlungsanwendungen eine andere Entwicklung. Am 31. Oktober erreichten die monatlichen Stablecoin-Kartenausgaben auf Solana einen Rekord von 141 Mio. US-Dollar. Das entsprach dem Siebenfachen des Werts vom Oktober 2025.
Damit steht der schwachen Entwicklung des Tokens eine wachsende Nutzung in diesem Zahlungsbereich gegenüber. Für Anleger ist diese Unterscheidung wichtig: Mehr Aktivität auf dem Netzwerk bedeutet nicht automatisch mehr Nachfrage nach dem Token. Sie liefert aber einen Gegenakzent zu den belastenden Kapitalabflüssen.
Auch der Handel mit tokenisierten Aktien zog an. Am Montag erreichte dessen Tagesvolumen auf Solana 657 Mio. US-Dollar und damit den höchsten Stand seit September. Rund 91% entfielen auf Backpack Securities.
Der hohe Anteil eines einzelnen Anbieters begrenzt allerdings die Aussagekraft für die Breite dieses Marktes. Das Gesamtvolumen belegt Aktivität, verteilt sich aber keineswegs gleichmäßig auf die beteiligten Handelsangebote.
Breakpoint setzt den nächsten Terminanker
Als nächster Termin steht die Konferenz Breakpoint im Kalender. Sie ist für den 15. bis 17. November in London geplant. Daraus allein lässt sich kein zusätzlicher Kaufimpuls ableiten.
Die zentrale Bewährungsprobe bleibt die Nachfrage nach Solana als Anlage. Solange die Fondsflüsse keine nachhaltige Verbesserung zeigen, steht die Kurserholung auf einer schmaleren Basis als das Wachstum einzelner Netzwerkanwendungen vermuten lässt. Zahlungsnutzung und tokenisierter Aktienhandel liefern positive Signale – eine bestätigte Trendwende des Tokens ersetzen sie nicht.
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