SpaceX Aktie: 4,1-Prozent-Einbruch auf 114,78 Euro
Veröffentlicht am: 21.08.2026 um 06:00 Uhr | Redaktion boerse-global.de
SpaceX kommt an der Börse nicht zur Ruhe. Am Donnerstag brach die Aktie um 4,1 Prozent auf 114,78 Euro ein, nachdem mit einer weiteren Lockup-Freigabe erneut Millionen Aktien handelbar wurden und die DZ Bank ihre Einstufung deutlich verschärfte. Die Analysten von DZ Bank starteten die Coverage mit „Sell“ und einem fairen Wert von 100 US-Dollar – Analyst Markus Leistner warnte ausdrücklich vor einem „Crash-Risiko“.
Zweite Freigabewelle belastet den Kurs
Auslöser des Kursrutsches war die zweite von mehreren gestaffelten Lockup-Tranchen: 319 Millionen zuvor gesperrte Aktien wurden am Donnerstag frei handelbar, das entspricht rund sieben Prozent der insgesamt gesperrten Anteile.
Bereits am 6. August war mit der ersten Tranche von 911,5 Millionen Aktien der Grundstein für zusätzlichen Angebotsdruck gelegt worden – damals hatte die Aktie allerdings zunächst zugelegt.
Diesmal reagierte der Markt nervöser: Weitere Tranchen von jeweils 319 Millionen Aktien stehen am 9. September, 24. September, 9. Oktober und 24. Oktober an, die vollständige Freigabe ist für den 8. Dezember terminiert. Elon Musks eigener Anteil von 6,42 Milliarden Aktien bleibt bis Juni 2027 gesperrt.
Zusätzlichen Gegenwind lieferte Musk selbst: Er räumte ein, dass der geplante Fang einer Starship-Oberstufe erst „in einigen Monaten“ gelingen soll – später als von vielen Investoren erhofft. Prognosemärkte reagierten skeptisch: Die Wahrscheinlichkeit für einen erfolgreichen Ship-Catch beim nächsten Flug wird dort nur noch mit 3 Prozent taxiert, die Chance auf volle Wiederverwendbarkeit vor 2027 sank von 57 auf 42 Prozent.
Analystenmeinungen gehen weit auseinander
Trotz der DZ-Bank-Warnung bleibt der breite Analystenkonsens deutlich optimistischer. Von 43 erfassten Analysten votieren laut Übersichten 24 für „Buy“, 5 für „Hold“ und nur 3 für „Sell“ – das durchschnittliche Kursziel liegt bei rund 226 bis 232 US-Dollar und damit deutlich über dem aktuellen Niveau.
Erst am Montag zuvor hatte UBS ein Kursziel von 210 Dollar mit „Buy“ bestätigt, Anfang August hatte Macquarie mit „Outperform“ und einem Ziel von 250 Dollar sogar deutlich höher gegriffen.
Die Spanne der Einschätzungen zeigt, wie unklar die Bewertung des Unternehmens derzeit ist – ein Investor brachte es mit dem Satz auf den Punkt, dass „jetzt nicht die Zeit“ sei, bei SpaceX einzusteigen, und verwies auf ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 72 auf Basis der für 2027 erwarteten Gewinne, während der IT-Sektor im Schnitt mit 25 bewertet wird.
Die Kursbewegung der vergangenen Woche unterstreicht die Nervosität: Auf Sicht von sieben Tagen steht ein Minus von 5,1 Prozent zu Buche, der Kurs notiert damit auch unter seinem 50-Tage-Durchschnitt von 124,39 Euro.
Zum 52-Wochen-Hoch von 194,46 Euro, erreicht im Juni, klafft mittlerweile eine Lücke von 41 Prozent. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von 92 Prozent zeigt, wie stark das Papier derzeit schwankt – für ein Unternehmen dieser Größenordnung ein ungewöhnlich hoher Wert.
Wachstumsfantasie bleibt intakt
Fundamental bietet SpaceX weiterhin Zündstoff für Bullen: Musk selbst hatte zuletzt einen möglichen Jahresumsatz von einer Billion US-Dollar bis 2030 in Aussicht gestellt, ausgehend von einem für 2026 erwarteten Umsatz von 44,63 Milliarden Dollar.
Cathie Woods ARK Invest baute nach dem Börsengang eine Position von 3,29 Millionen Aktien im Wert von 443 Millionen Dollar auf. Ob solche Wachstumshoffnungen die aktuellen Bewertungssorgen überwiegen, dürfte sich an den kommenden Lockup-Terminen und vor allem an den Fortschritten beim Starship-Programm entscheiden.
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