SpaceX Aktie: DZ Bank stuft auf Strong Sell
Veröffentlicht am: 22.08.2026 um 20:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de
SpaceX-Anleger erleben eine turbulente Woche voller widersprĂŒchlicher Signale. WĂ€hrend die DZ Bank die Aktie am Freitag auf "Strong Sell" herabstufte, hĂ€lt der Analystenkonsens insgesamt an einem "Moderate Buy" mit einem durchschnittlichen Kursziel von 220,20 US-Dollar fest. Die Spanne der EinschĂ€tzungen könnte kaum gröĂer sein.
Analysten zerstritten ĂŒber Bewertung
Die Meinungen der Banken driften deutlich auseinander. Neben der DZ Bank stufte auch Phillip Securities die Aktie mit "Strong Sell" ein, Cfra sieht ein Kursziel von nur 115 US-Dollar. Auf der anderen Seite bleibt Oppenheimer mit "Outperform" und einem Kursziel von 250 US-Dollar optimistisch, Bank of America nennt sogar 235 US-Dollar als Ziel.
Dazwischen positionieren sich HĂ€user wie Daiwa ("Neutral", Kursziel 175 US-Dollar) und Moffett Nathanson ("Neutral", 131 US-Dollar). Diese Zerrissenheit spiegelt die grundsĂ€tzliche Unsicherheit ĂŒber die Bewertung des Unternehmens wider, das zugleich als Raumfahrt-, Satelliten- und KI-Infrastrukturkonzern auftritt.
Operativ liefert SpaceX derweil solide Zahlen. Im zweiten Quartal 2026 lag der Umsatz bei 7,81 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 91,9 Prozent gegenĂŒber dem Vorjahr und deutlich ĂŒber der KonsensschĂ€tzung von 6,93 Milliarden US-Dollar. Der Verlust je Aktie fiel mit minus 0,09 US-Dollar geringer aus als von Analysten erwartet.
Lockup-Ablauf sorgt fĂŒr NervositĂ€t
Ein zentraler Belastungsfaktor bleibt der Ablauf von Haltefristen fĂŒr Insider-Aktien. Nach dem ersten Lockup-Ende am 6. August erholte sich der Kurs zunĂ€chst um bis zu 35 Prozent von seinen TiefstĂ€nden. Der zweite Lockup-Ablauf am 20. August drĂŒckte die Notierung erneut nach unten.
Anleger mĂŒssen sich auf weitere VolatilitĂ€t einstellen: Am 8. Dezember werden sĂ€mtliche verbleibenden Insider-Aktien mit Ausnahme der Anteile von Elon Musk handelbar. Diese schrittweise Freigabe von Aktien erklĂ€rt einen GroĂteil der jĂŒngsten Kursschwankungen und dĂŒrfte auch in den kommenden Monaten ein Thema bleiben.
ZusĂ€tzlich sorgte die Ăbernahme des KI-Coding-Unternehmens Cursor fĂŒr Bewegung. Der am 14. August abgeschlossene Deal wurde vollstĂ€ndig in Aktien bezahlt, wodurch 389,3 Millionen neue SpaceX-Aktien ausgegeben wurden â eine VerwĂ€sserung, die von manchen Investoren kritisch gesehen wird, wĂ€hrend sie gleichzeitig die Expansion des Unternehmens ins KI-GeschĂ€ft dokumentiert.
Finanzierungsseite bleibt aktiv
Parallel zu den Kursschwankungen bleibt SpaceX auf der Finanzierungsseite aktiv: Das Unternehmen kĂŒndigte an, seine AnleihekĂ€ufe auf mindestens 4 Milliarden US-Dollar zu verdoppeln. Das signalisiert, dass der Konzern trotz hoher Investitionen in Starship und KI-Infrastruktur Zugang zu frischem Kapital hat und diesen auch nutzt.
Am Freitag legte die Aktie um 2,1 Prozent zu und schloss bei 117,20 Euro. FĂŒr Anleger bleibt die Gemengelage komplex: Starke operative Zahlen und ein grundsĂ€tzlich positiver Analystenkonsens stehen einer Herabstufung durch die DZ Bank sowie strukturellem Verkaufsdruck aus den anstehenden Lockup-Terminen gegenĂŒber.
Wer in SpaceX investiert, kauft damit sowohl in ein wachsendes Raumfahrt- und SatellitengeschÀft als auch in ein kapitalintensives KI-Wagnis mit entsprechend hoher Schwankungsbreite.
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