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SpaceX Aktie: Musks Billionen-Versprechen verpufft

Veröffentlicht am: 05.08.2026 um 21:36 Uhr | Redaktion boerse-global.de

SpaceX übertrifft Erwartungen, doch Aktie fällt auf Mehrmonatstief. Hohe Investitionen und Lock-up-Freigaben belasten die Stimmung der Anleger.

SpaceX-Aktie trotz Rekordzahlen im Sinkflug: Anleger zweifeln an Musks Billionen-Versprechen
Abstrakte Darstellung der Raumfahrtindustrie mit leuchtenden Nebeln und dunklem Weltraum vor einem kühlen, blauen Hintergrund. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Bessere Zahlen gab es selten – trotzdem rutscht die SpaceX-Aktie auf ein neues Mehrmonatstief. Die erste Quartalsbilanz als börsennotiertes Unternehmen übertraf sämtliche Erwartungen der Wall Street und wurde vom Markt dennoch mit Kursverlusten quittiert. Der Grund liegt weniger in der Vergangenheit als in der Zukunft: Anleger zweifeln zunehmend an Elon Musks ambitionierten Versprechen, während ein historisch einzigartiges Sperrfristen-Konstrukt zusätzlich Unsicherheit schürt.

Rekordumsatz, aber die Ausgaben schrecken

Im zweiten Quartal setzte SpaceX 7,8 Milliarden Dollar um, ein Plus von 92 Prozent gegenüber dem Vorjahr und deutlich über den Analystenschätzungen von rund 6,9 Milliarden Dollar. Der Nettoverlust schrumpfte auf 541 Millionen Dollar, nach rund einer Milliarde Dollar im Vorjahresquartal.

Für Verunsicherung sorgten stattdessen die Investitionen. Sie stiegen versechsfacht auf 18,4 Milliarden Dollar, davon flossen 15,8 Milliarden Dollar in den Ausbau von Rechenzentren für das KI-Geschäft.

Die KI-Sparte selbst verdreifachte ihren Umsatz auf 2,56 Milliarden Dollar und erwirtschaftete erstmals ein positives Ergebnis von gut 1,1 Milliarden Dollar – ein Bereich, den viele Analysten noch in den roten Zahlen erwartet hatten. Auch das Starlink-Geschäft, weiterhin die tragende Säule des Konzerns, legte kräftig zu: Die Erlöse kletterten um rund 65 Prozent auf etwa 4,3 Milliarden Dollar, das operative Ergebnis stieg um 80 Prozent.

Die Nutzerzahl wuchs binnen eines Quartals von 10,3 auf 12 Millionen. Musk selbst rückte derweil die Billionen-Dollar-Marke beim Jahresumsatz näher: Er rechnet nun schon für 2030 damit, ein Jahr früher als bisher angepeilt. Von dieser Größenordnung ist SpaceX aktuell jedoch meilenweit entfernt, und genau das nahmen die Anleger dem Multimilliardär diesmal übel. Zusätzlich sorgte Musks Ankündigung, künftig ausschließlich auf Nvidia-Chips zu setzen, für Kursbewegungen bei Wettbewerbern – AMD-Aktien gaben nach, Nvidia-Titel legten zu.

Lock-up in neun Phasen

Zur Ergebnisskepsis gesellt sich ein zweites Problem: Ab Donnerstag laufen die ersten Sperrfristen für Insider und frühe Investoren aus. Rund 911,5 Millionen Aktien werden dann handelbar, etwa 20 Prozent der bislang gesperrten Bestände. Das frei handelbare Angebot könnte sich dadurch von knapp 5 auf fast 12 Prozent aller ausstehenden Aktien mehr als verdoppeln.

Ungewöhnlich ist dabei nicht nur der Umfang, sondern die Konstruktion selbst: Die Freigabe erfolgt in insgesamt neun Phasen – eine Staffelung, die es in dieser Form bei einem Börsengang bislang nicht gab. "So etwas haben wir noch nie gesehen, wir haben noch nie etwas in dieser Größenordnung erlebt", sagte Peter Singlehurst, Leiter des Teams für Privatunternehmen beim SpaceX-Investor Baillie Gifford. Selbst langfristig orientierte Anteilseigner tun sich deshalb schwer damit, abzuschätzen, wie viele Aktien am Ende tatsächlich verkauft werden.

Analysten bleiben trotzdem optimistisch

Unter den Analysehäusern zeichnet sich kein einheitliches Bild, die Tendenz bleibt aber überwiegend positiv. Goldman-Analyst Eric Sheridan hob sein Kursziel um 15 auf 220 Dollar an und verwies auf die Fortschritte im KI-Geschäft. Cantor Fitzgerald sieht die Aktie sogar bei 246 Dollar, während Piper Sandler wegen der Lock-up-Risiken nur noch 140 Dollar für gerechtfertigt hält.

Die Aktie selbst notiert derzeit bei 114,76 Dollar – klar unter dem Ausgabepreis von 135 Dollar und weit entfernt vom Zwischenhoch von über 200 Dollar kurz nach dem Börsengang Mitte Juni. Am Donnerstag, den 6. August, endet die erste Lock-up-Phase. Dann werden bis zu 911,5 Millionen Aktien handelbar – zum aktuellen Kurs ein Gegenwert von rund 104 Milliarden Dollar.

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