SpaceX Aktie: Pivotal sieht 220 Dollar, 49% Upside
Veröffentlicht am: 08.09.2026 um 22:43 Uhr | Redaktion boerse-global.de
SpaceX steht vor einer entscheidenden Woche: Pivotal Research startet die Coverage mit einem Kaufrating und einem Kursziel von 220 US-Dollar, während zugleich 319 Millionen Aktien aus einer Lock-up-Frist handelbar werden. Die Aktie legte im gestrigen Handel zu und notiert aktuell bei 131,26 Euro, ein Plus von 1,8 Prozent am heutigen Tag nach einem Schlusskurs von 129,00 Euro am Montag.
Analysten sehen Starship als Schlüssel zur Zwei-Billionen-Bewertung
Pivotal-Analyst Jeffrey Wlodarczak begründet sein Kursziel von 220 US-Dollar, das ein Upside von rund 49 Prozent impliziert, mit der Wiederverwendbarkeit von Starship.
Seiner Einschätzung nach hängt eine Bewertung von etwa zwei Billionen Dollar davon ab, ob SpaceX jedes Fahrzeug 20 bis 50 Mal fliegen und dabei günstig instand setzen kann. Zusätzlich verweist der Analyst auf das Potenzial von Starlink, Marktanteile am 1,7 Billionen Dollar schweren Markt für terrestrische und drahtlose Kommunikation zu gewinnen.
Der Konsens unter den von TipRanks erfassten Analysten fällt ähnlich optimistisch aus: Bei 26 Kauf-, 5 Halte- und 3 Verkaufsempfehlungen liegt das durchschnittliche Kursziel bei rund 231 US-Dollar, was einem Aufschlag von etwa 56 Prozent entspricht.
Wells Fargo senkte sein Kursziel zwar leicht auf 212 US-Dollar, sieht aber langfristig einen möglichen Marktanteil von 76 Prozent im Satellitenbreitbandmarkt bis 2030 – einem Markt, der laut den Analysten ein Volumen von 107 Milliarden Dollar erreichen könnte. Oppenheimer zeigt sich deutlich zuversichtlicher und hob sein Kursziel auf 280 US-Dollar an.
Lock-up-Ablauf trifft auf Nasdaq-Rebalancing
Die eigentliche Belastungsprobe für den Kurs dürfte jedoch der Ablauf der Haltefrist sein: Am morgigen Mittwoch werden 319 Millionen Aktien handelbar, am Donnerstag folgen weitere 59 Millionen.
Historische Muster zeigen ein gemischtes Bild – nach dem Auslaufen einer Sperrfrist über 911,5 Millionen Aktien Anfang August stieg die Aktie um 6,14 Prozent, nach einem weiteren Lock-up über 319 Millionen Aktien Mitte August fiel sie dagegen um gut 4 Prozent.
Gegenläufig wirkt ein technischer Effekt: JPMorgan rechnet damit, dass SpaceX im Zuge des Nasdaq-100-Rebalancings, das am 21. September wirksam werden soll, sein Indexgewicht von rund 1,25 auf etwa 2,25 Prozent steigern könnte.
Die Bank schätzt daraus resultierende passive Mittelzuflüsse von etwa 15,5 Milliarden US-Dollar, weil zahlreiche indexnachbildende Fonds ihre Positionen anpassen müssten. TD Securities geht sogar von einem Gewicht jenseits von 3,5 Prozent aus. Diese mechanische Nachfrage könnte den Verkaufsdruck aus dem Lock-up-Ablauf zumindest teilweise auffangen.
Operatives Geschäft liefert Rückenwind
Untermauert wird die Kaufempfehlung durch die operative Entwicklung: Im zweiten Quartal wuchs der Umsatz um 92 Prozent auf 7,814 Milliarden Dollar, während sich der Nettoverlust auf 541 Millionen Dollar verringerte. Zusätzlich hat SpaceX Berichten zufolge Pentagon-Aufträge im Volumen von 8 Milliarden Dollar erhalten, die den Ausbau der Starlink-V3-Konstellation beschleunigen sollen.
Der nächste Starship-Testflug ist für den 15. September angesetzt und dürfte, angesichts der Bedeutung der Wiederverwendbarkeit für die Bewertungsthese der Analysten, als nächster wichtiger Kurstreiber gelten.
Mit einem RSI von 61,5 und einem Kurs, der rund 12 Prozent über dem 50-Tage-Durchschnitt liegt, zeigt die Aktie derzeit keine Anzeichen von Überhitzung, während die anstehenden Lock-up-Termine und das Nasdaq-Rebalancing in den kommenden Tagen für erhöhte Schwankungen sorgen dürften.
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