Sprouts, Farmers

Sprouts Farmers Market Aktie: Preisreset belastet Marge

Veröffentlicht am: 29.10.2026 um 08:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Nach schwächerer Kundenfrequenz senkt Sprouts die Jahresprognose; RBC reduziert Bewertung und Kursziel deutlich.
Modernes Interieur eines Bio-Lebensmittelmarktes mit frischem Obst und Gemüse in hellem, natürlichem Licht. Illustration mit AI erstellt.

Sprouts Farmers Market verkauft mehr, verdient aber weniger. Nach den Zahlen zum dritten Quartal und einer gesenkten Prognose rutschte die Aktie nachbörslich um mehr als 21 Prozent auf rund 48,50 Dollar. Auslöser ist weniger das Quartal selbst als der angekündigte Strategiewechsel.

Quartal knapp verfehlt

Der Umsatz stieg um 5 Prozent auf 2,3 Milliarden Dollar, lag aber leicht unter den Erwartungen. Der Gewinn je Aktie betrug 1,21 Dollar, nach 1,22 Dollar im Vorjahr. Die Vergleichsflächen-Umsätze sanken um 0,9 Prozent.

Der Grund: Die Kundenfrequenz fiel um 3,3 Prozent, während der durchschnittliche Warenkorb um 2,5 Prozent wuchs. Das Unternehmen verwies auf ein schwieriges Konsumumfeld und die Folgen eines Cyclospora-Ausbruchs. Positiv fiel die Expansion auf: Mit 15 Neueröffnungen stehen nun 504 Filialen in 25 Bundesstaaten, und die jüngeren Standorte laufen laut Management besser als geplant.

Die Prognose sorgt für den Einbruch

Für das vierte Quartal erwartet Sprouts Vergleichsumsätze zwischen minus 2 und minus 4 Prozent sowie einen Gewinn je Aktie von 0,47 bis 0,51 Dollar. Für das Gesamtjahr peilt das Unternehmen rund 4,80 Dollar je Aktie an.

Schwerer wiegt die strategische Wende. Im Januar 2027 startet eine landesweite Preis- und Erschwinglichkeitsoffensive, die der designierte Konzernchef Nick Konat als "strategischen Reset" statt breiter Rabattaktionen beschreibt. Finanzchef Curtis Valentine räumte ein, dass Frequenz und Absatz sich nicht erholten, selbst gegen leichtere Vergleichswerte. Der Druck sei damit nicht zyklisch. Aktienrückkäufe rücken dafür nach hinten.

Analysten ziehen nach

RBC Capital stuft die Aktie von "Outperform" auf "Sector Perform" ab und senkt das Kursziel drastisch von 111 auf 49 Dollar. Die Bank sieht die Schwäche eher unternehmensspezifisch und verweist auf den härteren Wettbewerb im Lebensmittelhandel. Für 2027 rechnet sie wegen der Preisinvestitionen mit einem Margenrückgang von etwa 150 Basispunkten.

Entsprechend kappt RBC die Schätzungen: Der bereinigte EBITDA soll 2027 nur noch bei 690 Millionen Dollar liegen, nach zuvor 940 Millionen. Die Bewertung basiert auf dem 6,5-Fachen dieses Wertes, zuvor war es das 11-Fache.

Andere Häuser dürften folgen. Die bisherigen Kursziele reichten von 70 bis 114 Dollar und stammen aus der Zeit vor der Prognosesenkung.

Die Aktie hatte schon vor den Zahlen verloren und schloss bei 62 Dollar, knapp über dem Jahrestief von 60,47 Dollar. Dieses Niveau ist nachbörslich klar unterschritten. Ab Januar 2027 zeigt sich, ob die Preisoffensive die Kundenfrequenz wieder anschiebt, ohne die Marge dauerhaft zu belasten.

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