Stabilus Aktie: Entschuldung nimmt Fahrt auf
Veröffentlicht am: 03.08.2026 um 07:26 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Weniger Umsatz, aber mehr Marge â bei Stabilus geht die Rechnung im dritten Quartal des GeschĂ€ftsjahres 2026 auf. Der Motion-Control-Spezialist aus Koblenz hat sein Portfolio verschlankt und gleichzeitig die ProfitabilitĂ€t verbessert, wĂ€hrend das Automotive-GeschĂ€ft weiter schwĂ€chelt.
Der Konzernumsatz sank im dritten Quartal auf 299,5 Millionen Euro, nach 316,0 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Organisch entspricht das einem RĂŒckgang von 4,4 Prozent â deutlich moderater als in den beiden Quartalen zuvor. Die bereinigte EBIT-Marge kletterte trotzdem auf 10,8 Prozent, ein Plus von 30 Basispunkten. Kostendisziplin und das laufende Transformationsprogramm zeigen damit Wirkung.
Industrie trÀgt, Automotive bremst
Der Blick auf die Segmente offenbart ein zweigeteiltes Bild. Das IndustriegeschĂ€ft wuchs organisch um rund 8 Prozent, angefĂŒhrt von Industrial Components mit einem Plus von 8,8 Prozent. Das Automotive-GeschĂ€ft ging dagegen organisch um etwa 15 Prozent zurĂŒck â bei Automotive Powerise brach der Umsatz um 16,6 Prozent ein. Regional bleibt Asien-Pazifik die Problemzone: Dort sackte der Umsatz um 18,0 Prozent ab, wĂ€hrend EMEA nahezu stabil blieb und in Americas die Marge auf 9,5 Prozent zulegte.
FĂŒr den Ergebnissprung sorgte vor allem eine Einmalwirkung. Das Periodenergebnis stieg auf 51,4 Millionen Euro, nach lediglich 10,1 Millionen Euro im Vorjahr â getrieben durch einen VerĂ€uĂerungsgewinn von 44,4 Millionen Euro aus dem im Juni vollzogenen Verkauf von Fabreeka und Tech Products an die VMC Group. Die Transaktion brachte Stabilus einen Mittelzufluss von 79,2 Millionen Euro und schĂ€rft das Profil als reines Motion-Control-Unternehmen.
Die Erlöse flieĂen in den Schuldenabbau. Der Nettoverschuldungsgrad sank von 3,21 auf 2,77, das Management peilt einen Wert unter 2,0 an. ZusĂ€tzlich sicherte sich Stabilus im Juni mehr Covenant-Spielraum: Der maximal zulĂ€ssige Verschuldungsgrad darf im GeschĂ€ftsjahr 2027 auf bis zu 3,9 steigen und soll bis Ende 2028 schrittweise auf 3,5 zurĂŒckgefĂŒhrt werden.
Die Jahresprognose wurde innerhalb der bisherigen Bandbreiten prĂ€zisiert. FĂŒr das GeschĂ€ftsjahr 2026 rechnet Stabilus nun mit rund 1,15 Milliarden Euro Umsatz, einer bereinigten EBIT-Marge von etwa 10 Prozent und einem bereinigten freien Cashflow von rund 90 Millionen Euro â nachdem ursprĂŒnglich eine Spanne von 1,1 bis 1,3 Milliarden Euro Umsatz im Raum stand.
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