Starbucks Aktie: Boykott zum Pumpkin-Spice-Start
Veröffentlicht am: 26.08.2026 um 12:19 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der gestrige Verkaufsstart des populären Herbst-Sortiments verlief für den US-Kaffeekonzern Starbucks anders als geplant. Während die Kette die 23. Saison ihres „Pumpkin Spice Latte“ einläutete, organisierte die Gewerkschaft Starbucks Workers United einen großflächigen Boykott.
Der Arbeitskampf trifft das Unternehmen in einer kritischen Phase, in der CEO Brian Niccol versucht, die operative Wende durch massive Umstrukturierungen und gezielte Kosteneinsparungen herbeizuführen.
Fronten zwischen Baristas und Management verhärten sich
Die Arbeitnehmerorganisation vertritt rund 12.000 Mitarbeiter in etwa 700 gewerkschaftlich organisierten Filialen der Kette. Mit der Kampagne unter dem Motto „Kein Vertrag, kein Kaffee“ fordern die Angestellten einen Mindestlohn von 17 US-Dollar pro Stunde sowie eine verbesserte Personalplanung von mindestens drei Baristas pro Schicht.
Unterstützt wird der Aufruf von der US-Gewerkschaftsdachorganisation AFL-CIO. Hintergrund sind langwierige Verhandlungen über einen Rahmenvertrag, die laut den Arbeitnehmervertretern seit Jahren ohne greifbares Ergebnis verlaufen.
Der Boykott wurde gezielt auf den Start des Herbst-Menüs gelegt, das traditionell zu den umsatzstärksten Zeiten des Jahres zählt. Neben dem Klassiker Pumpkin Spice Latte setzt der Konzern in diesem Jahr auf neue Kreationen wie den Iced Pumpkin Cream Shaken Espresso oder den Pumpkin Spice Chai.
Um die Nachfrage anzukurbeln, arbeitet das Unternehmen unter anderem mit Martha Stewart zusammen. Dennoch überschatten die landesweiten Proteste und Streikaktionen in Bundesstaaten wie Nashville die Marketingoffensive.
Umstrukturierung und Stellenabbau in Seattle
Zeitgleich zu den Protesten in den Filialen vollzieht Starbucks einen harten Umbau in der Verwaltung. Am Hauptsitz in Seattle wurden im Rahmen offizieller Meldungen 224 Entlassungen angekündigt. Ein Kernpunkt der Restrukturierung ist die Verlagerung von Funktionen nach Nashville, wo der Konzern 100 Millionen US-Dollar in einen neuen Standort investiert. Etwa 120 Mitarbeiter lehnten den angebotenen Umzug ab und scheiden aus dem Unternehmen aus.
Diese Maßnahmen sind Teil des „Back to Starbucks“-Plans von CEO Niccol. Das Programm sieht vor, bis zum Jahr 2028 Einsparungen in Höhe von insgesamt zwei Milliarden US-Dollar zu realisieren.
Inmitten dieses Sparkurses kündigte der Konzern zudem Anpassungen bei den Sozialleistungen an: Ab Oktober 2026 wird die Kostenübernahme für bestimmte Präparate zur Gewichtsreduktion (GLP-1) eingestellt, während die Abdeckung für Diabetes-Behandlungen bestehen bleibt.
Analysten sehen trotz Unruhen Aufwärtspotenzial
Trotz der personellen Spannungen zeigen sich Marktbeobachter von der operativen Dynamik überzeugt. Die Analysten von Baird haben die Beobachtung der Aktie mit einer „Outperform“-Einstufung und einem Kursziel von 124 US-Dollar aufgenommen. Sie verwiesen dabei auf die robuste Entwicklung im US-Heimatmarkt, wo die vergleichbaren Umsätze in einem früheren Quartal um 7,1 Prozent zulegten.
Die jüngsten Geschäftszahlen untermauern diesen Optimismus. Im dritten Quartal stiegen die weltweiten vergleichbaren Umsätze um 7,9 Prozent, während der Gewinn pro Aktie um 70 Prozent auf 0,85 US-Dollar kletterte.
Während das Papier am gestrigen Dienstag im Zuge der Boykottmeldungen leicht nachgab, weist die Aktie im bisherigen Jahresverlauf ein deutliches Plus von rund 28 Prozent auf. Das Management hält zudem an seiner Prognose fest, die für das Geschäftsjahr 2026 ein globales Umsatzwachstum von etwa sechs Prozent vorsieht.
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