State Bank of India Aktie: Nomura senkt Kursziel
Veröffentlicht am: 05.11.2026 um 10:14 Uhr | Redaktion boerse-global.deNomura hat das Kursziel fĂŒr die State Bank of India heute von 1.160 auf 1.100 Rupien gesenkt und die neutrale EinschĂ€tzung bestĂ€tigt. Trotz des gestiegenen Quartalsgewinns sieht das Analysehaus SchwĂ€chen bei den bereinigten ErtrĂ€gen. FĂŒr Anleger rĂŒckt damit die Frage in den Mittelpunkt, wie viel Ergebniswachstum das laufende BankgeschĂ€ft tatsĂ€chlich trĂ€gt.
Der Unterschied zwischen ausgewiesenem und bereinigtem Gewinn ist entscheidend. Ein Beteiligungsverkauf stĂŒtzte das Ergebnis erheblich, wĂ€hrend Verluste im Wertpapier- und DevisengeschĂ€ft belasteten. Die wachsenden ZinsertrĂ€ge und die verbesserte KreditqualitĂ€t liefern zugleich Argumente fĂŒr eine gĂŒnstigere EinschĂ€tzung.
Bereinigter Gewinn enttÀuscht Nomura
Nomura beziffert den bereinigten Gewinn auf 170 Milliarden Rupien. Damit lag er nach Berechnung des Hauses 7% unter der eigenen SchÀtzung. Als Belastung nennt Nomura einen Treasury-Verlust von 12,8 Milliarden Rupien.
Die vorsichtigere Bewertung richtet sich damit nicht gegen das Kreditwachstum allein. Sie verweist vielmehr auf die QualitĂ€t des Ergebnisses: Ein einmaliger VerĂ€uĂerungsgewinn lĂ€sst sich nicht ohne Weiteres als wiederkehrende Ertragsquelle fortschreiben. Zugleich können Schwankungen im AnlagegeschĂ€ft die Fortschritte im klassischen BankgeschĂ€ft ĂŒberlagern.
Der ausgewiesene Nettogewinn stieg im zweiten Quartal des GeschÀftsjahres FY27 um 14,3% auf 23.038 crore Rupien. Darin enthalten ist ein einmaliger Gewinn aus dem Verkauf einer Beteiligung an SBI Funds Management.
Damit erklĂ€rt sich die unterschiedliche Lesart der Zahlen. Der Gewinnanstieg beschreibt das veröffentlichte Ergebnis, beantwortet aber noch nicht die Frage nach der nachhaltigen Ertragskraft. FĂŒr die Bewertung ist deshalb wichtig, ob steigende ZinsertrĂ€ge die Belastungen auĂerhalb des ZinsgeschĂ€fts kĂŒnftig ausgleichen können.
ZinsgeschĂ€ft und KreditqualitĂ€t geben RĂŒckhalt
Der Nettozinsertrag erhöhte sich um 14,7% auf 49.143 crore Rupien. Die inlÀndische Nettozinsmarge erreichte 3,11%. Das wachsende ZinsgeschÀft bildet damit ein Gegengewicht zu den schwÀcheren ErtrÀgen aus anderen Bereichen.
Auch die Entwicklung der Problemkredite spricht gegen eine pauschal negative Bewertung des Quartals. Die sinkenden Quoten zeigen eine bessere QualitĂ€t des Kreditbestands. Gleichzeitig musste die Bank weniger fĂŒr mögliche KreditausfĂ€lle zurĂŒckstellen.
Die Bruttoquote notleidender Kredite lag bei 1,39%, die Nettoquote bei 0,36%. Die RĂŒckstellungen fĂŒr Kreditverluste gingen gegenĂŒber dem Vorjahr um 33% zurĂŒck.
Diese Entlastung ist fĂŒr die Gewinne relevant, unterscheidet sich aber vom Wachstum der laufenden Einnahmen. Anleger sollten daher sowohl die Entwicklung der Risikovorsorge als auch die Zinsmarge im Blick behalten. Beide beeinflussen, wie belastbar die ProfitabilitĂ€t ohne SonderertrĂ€ge ist.
Wachstumsziele bleiben unverÀndert
FĂŒr FY27 hĂ€lt die State Bank of India an einem Kreditwachstum von 14â15% und einem Einlagenwachstum von 10â11% fest. Die Unternehmenskredit-Pipeline belĂ€uft sich auf 7,8 lakh crore Rupien.
Die Bank setzt damit weiterhin auf eine Ausweitung ihres GeschĂ€fts. Entscheidend ist jedoch nicht allein das zusĂ€tzliche Kreditvolumen, sondern dessen Beitrag zum wiederkehrenden Gewinn. Nomuras Kurszielsenkung macht diesen Vorbehalt deutlich: Bessere KreditqualitĂ€t und steigende ZinsertrĂ€ge ĂŒberzeugen bislang nicht vollstĂ€ndig, solange das bereinigte Ergebnis hinter den Erwartungen zurĂŒckbleibt.
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