Stellantis Aktie: 1,4 Millionen Fahrzeuge auf Halde
Veröffentlicht am: 01.08.2026 um 15:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Stellantis kĂ€mpft derzeit an mehreren Fronten. WĂ€hrend die Erlöse in Nordamerika krĂ€ftig steigen, fressen extrem dĂŒnne Margen und ĂŒbervolle Lager die Zuversicht der Investoren auf. Der Autoriese steckt mitten in einem schmerzhaften Prozess.
Nordamerika treibt den Umsatz
Im zweiten Quartal kletterte der Konzernumsatz um 13 Prozent auf 43,5 Milliarden Euro. Vor allem das GeschĂ€ft in Nordamerika stĂŒtzte diese Entwicklung mit einem Erlösplus von 32 Prozent. Neue Modelle der Marken Ram und Jeep kurbelten dort die Auslieferungen spĂŒrbar an.
Die ProfitabilitĂ€t bleibt dennoch die gröĂte Schwachstelle. Stellantis verbuchte zwar einen Quartalsgewinn von 293 Millionen Euro und kehrte damit in die schwarzen Zahlen zurĂŒck. Die bereinigte operative Marge verharrte jedoch bei mageren 1,8 Prozent.
Preisdruck belastet Europa
In Europa stagniert das GeschÀft fast vollstÀndig. Der Halbjahresumsatz stieg lediglich um ein Prozent auf rund 31 Milliarden Euro. Parallel dazu verursachte die Region einen operativen Verlust von 86 Millionen Euro.
Der Konzern macht dafĂŒr den harten Preiskampf und die Konkurrenz aus China verantwortlich. Höhere Verkaufszahlen konnten die sinkenden Preise in Europa nicht ausgleichen. Das Management steht vor der Herausforderung, die Kosten drastisch zu senken.
Sorgenfalten wegen hoher LagerbestÀnde
Konzernchef Antonio Filosa setzt auf seinen Strategieplan, um die Marktdeckung zu erhöhen. Ein Problem bleibt jedoch der massive Anstieg der LagerbestĂ€nde. Weltweit stehen 1,4 Millionen Fahrzeuge bei den HĂ€ndlern â ein Zuwachs von 20 Prozent zum Vorjahr.
Diese vollen Höfe könnten kĂŒnftig hohe Rabatte erzwingen. Analysten von JP Morgan, RBC und Bernstein Research bleiben daher vorsichtig. Sie bestĂ€tigten ihre Einstufungen als âNeutralâ oder âHoldâ und sehen faire Kurswerte zwischen 6,00 Euro und 7,00 Euro.
Der Aktienkurs spiegelt die Skepsis wider. Mit einem Schlussstand von 5,01 Euro notiert das Papier nur knapp ĂŒber seinem Jahrestief von 4,59 Euro. Seit Jahresbeginn hat die Aktie bereits fast 47 Prozent an Wert verloren. Eine nachhaltige Wende setzt eine deutliche Margenverbesserung voraus.
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