Stellantis Aktie: Voyah soll in Rennes montiert werden
Veröffentlicht am: 05.08.2026 um 16:03 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Stellantis bricht ein Tabu. Der Autogigant öffnet seine Werkstore für die chinesische Konkurrenz. Es ist die Reaktion auf eine massive Auslastungskrise in den europäischen Fabriken des Konzerns.
Freie Kapazitäten als Chance
Rund 800.000 Autos könnte Stellantis in Europa mehr bauen, als der Markt derzeit abnimmt. Um diese Lücke zu füllen, vermietet das Unternehmen nun Fließbänder an externe Marken. Berichten zufolge werden künftig Fahrzeuge der chinesischen Marke Voyah im französischen Rennes montiert.
Parallel dazu bietet der Konzern freien Platz an zwei spanischen Standorten an. Die europäischen Werke laufen aktuell nur mit einer Auslastung von etwa 55 Prozent. Für die chinesischen Partner bietet das Modell einen strategischen Vorteil: Sie umgehen durch die lokale Montage hohe Importzölle der Europäischen Union.
Fragile Erholung der Finanzen
Die finanzielle Lage stabilisiert sich derweil nur langsam. Im zweiten Quartal 2026 kehrte Stellantis mit einem Nettogewinn von 300 Millionen Euro in die schwarzen Zahlen zurück. Vor einem Jahr verbuchte das Unternehmen im gleichen Zeitraum noch einen Verlust von 1,87 Milliarden Euro.
Der Umsatz kletterte um 13 Prozent auf 43,5 Milliarden Euro. Besonders das Geschäft in Nordamerika stützte dieses Wachstum. Die operative Marge blieb mit 1,8 Prozent allerdings hinter den Erwartungen zurück. Analysten hatten mit einem deutlich höheren operativen Ergebnis von 914 Millionen Euro gerechnet.
Strategiewechsel unter neuer Führung
Unter dem neuen CEO Antonio Filosa steuert Stellantis weg von den extremen Elektro-Zielen der Vergangenheit. Die neue Strategie setzt auf einen ausgewogenen Mix aus Verbrennern, Hybriden und E-Autos. Zuvor hatten radikale Zielvorgaben für eine Milliarden-Abschreibung zu Beginn des Jahres gesorgt.
Neue Wege geht das Management außerdem beim Marketing. Eine Partnerschaft mit der Technologiefirma Nova Sky Stories soll Marken wie Jeep und Dodge durch großangelegte Drohnen-Kunst im Luftraum bekannter machen.
An der Börse bleibt die Stimmung derweil gedrückt. Mit einem Kurs von 4,96 Euro notiert die Aktie fast 48 Prozent unter dem Wert vom Jahresbeginn. Das Management blickt nun auf das Jahr 2027, in dem der industrielle freie Cashflow wieder positiv ausfallen soll.
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