Steyr Motors Aktie: 310 Millionen Euro Auftragsbestand bis 2030
Veröffentlicht am: 20.08.2026 um 21:28 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Steyr Motors hat am heutigen Donnerstag seine Prognose fĂŒr das laufende GeschĂ€ftsjahr krĂ€ftig zurĂŒckgenommen. Der RĂŒstungs- und Motorenhersteller rechnet nun mit einem Umsatzwachstum von nur noch 15 bis 25 Prozent auf 56 bis 61 Millionen Euro, statt der bislang avisierten 75 bis 95 Millionen Euro.
Auch bei der ProfitabilitĂ€t muss das Unternehmen deutlich zurĂŒckstecken: Die EBIT-Marge soll 2026 zwischen 8 und 12 Prozent liegen, ursprĂŒnglich waren mindestens 15 Prozent geplant.
Grund fĂŒr die Korrektur sind Verzögerungen im Defense-GeschĂ€ft, das fĂŒr Steyr Motors zunehmend zum entscheidenden Wachstumstreiber werden sollte. Im ersten Halbjahr trug der Verteidigungsbereich mit 9,4 Millionen Euro weniger zum Umsatz bei als das zivile GeschĂ€ft mit 13,4 Millionen Euro.
Insgesamt stagnierte der Halbjahresumsatz bei 22,81 Millionen Euro, nach 23,13 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Unterm Strich stand ein Nettoverlust von 1,16 Millionen Euro, wÀhrend das Unternehmen im ersten Halbjahr des Vorjahres noch 2,43 Millionen Euro Gewinn erwirtschaftet hatte.
Auch Mittelfristziele fallen
Die Prognosekappung hat Folgen ĂŒber das laufende Jahr hinaus: Auch die fĂŒr 2027 gesteckten Ziele von 140 Millionen Euro Umsatz und 40 Millionen Euro EBIT sind nach eigener EinschĂ€tzung des Unternehmens nicht mehr erreichbar.
Im zweiten Quartal allein sank der Umsatz um 4,5 Prozent auf 11,1 Millionen Euro, das bereinigte EBIT rutschte auf minus 0,8 Millionen Euro bei einer negativen Marge von 7 Prozent.
Positiv bleibt der Blick auf den Auftragsbestand: Dieser belÀuft sich nach Unternehmensangaben auf 310 Millionen Euro bis zum Jahr 2030. Das deutet darauf hin, dass es sich bei der Prognoseanpassung eher um eine zeitliche Verschiebung als um einen strukturellen Nachfrageeinbruch handelt.
Analysten stufen RĂŒckschlag als Terminproblem ein
Genau diese Lesart vertreten auch Analysten, die ihre EinschĂ€tzung unter dem Titel "Growth delayed, not derailed" zusammenfassten â Wachstum verzögert, nicht entgleist. Trotz des schwachen ersten Halbjahres und der gesenkten Jahresprognose bestĂ€tigten sie ihre Kaufempfehlung fĂŒr die Aktie, senkten das Kursziel aber von 53 auf 49 Euro.
Als Treiber fĂŒr die kommenden Jahre nennen die Analysten mehrere konkrete Projekte: einen Auftrag des spanischen Herstellers Urovesa ĂŒber 1.000 Fahrzeuge mit Produktionsstart im Januar 2027, eine Chance von 70 Millionen Euro im Zusammenhang mit dem RĂŒstungskonzern KNDS sowie einen möglichen Auftrag ĂŒber 1.000 unbemannte Ăberwasserfahrzeuge (USVs). Hinzu kommt ein Ausschreibungsverfahren namens M12PU ĂŒber 1.500 Container.
Nicht mehr auf der Liste steht dagegen der US-Drohnenhersteller Red Cat, der sein Ăbernahmeangebot vor rund zwei Wochen zurĂŒckgezogen hatte â seither hat die Aktie rund ein FĂŒnftel an Wert verloren.
Kurs bleibt unter Druck
Am Markt kam die gesenkte Prognose erwartungsgemÀà nicht gut an, auch wenn sich die Reaktion am heutigen Handelstag in Grenzen hielt: Die Aktie notiert bei 27,98 Euro und damit nur leicht ĂŒber dem gestrigen Schlusskurs von 27,92 Euro.
Der Blick auf die vergangenen Wochen zeigt jedoch das AusmaĂ des Vertrauensverlusts: Binnen sieben Handelstagen verlor das Papier 16 Prozent, auf Jahressicht liegt das Minus bei 22 Prozent.
Vom 52-Wochen-Hoch aus Ende September bei 57 Euro trennen die Aktie mittlerweile 51 Prozent â ein Kursniveau, das die Erwartungen an das VerteidigungsgeschĂ€ft vor der Prognosekorrektur widerspiegelte und nun weit entfernt liegt.
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