Steyr Motors Aktie: Red Cat vereinbart Standortschutz
Veröffentlicht am: 21.10.2026 um 19:49 Uhr | Redaktion boerse-global.deSteyr Motors hat heute die geplante Übernahme durch Red Cat Holdings vertraglich konkretisiert. Die unterzeichnete Zusammenschlussvereinbarung enthält verbindliche Zusagen für den Standort und die Beschäftigten. Der angekündigte Angebotspreis bleibt bei 39 Euro je Aktie in bar. Für Aktionäre schafft die Vereinbarung damit mehr Klarheit über die Bedingungen, bedeutet aber noch keinen gesicherten Vollzug.
Vertragspartner sind Steyr Motors, Red Cat Holdings und die SMOT Acquisition GmbH. Der Aufsichtsrat von Steyr Motors hat dem Abschluss zugestimmt. Die Vereinbarung bildet die Grundlage für das am Montag angekündigte freiwillige Übernahmeangebot.
Befristete Zusagen für Standort und Belegschaft
Laut Steyr Motors verpflichtet sich Red Cat, den Sitz sowie Fertigung und Forschung und Entwicklung für drei Jahre ab Angebotsabwicklung nicht aus Steyr zu verlegen. Der Standort soll als Entwicklungs- und Produktionszentrum weiterentwickelt werden.
Damit betreffen die Zusagen nicht allein den rechtlichen Unternehmenssitz. Sie beziehen ausdrücklich auch die operativen Tätigkeiten vor Ort ein. Die angekündigte Weiterentwicklung beschreibt zugleich die geplante Rolle des Standorts nach der Übernahme.
Für den Beschäftigungsschutz sieht die Vereinbarung eine Laufzeit von zwei Jahren vor. Nach der Ad-hoc-Mitteilung sind in diesem Zeitraum keine betriebsbedingten Kündigungen technischer Mitarbeiter und keine Verringerung der übrigen Belegschaft vorgesehen.
Die Schutzregeln sind somit verbindlich vereinbart, aber zeitlich begrenzt. Anleger sollten sie von den noch offenen Vollzugsbedingungen unterscheiden: Standort- und Beschäftigungszusagen ersetzen weder die erforderlichen Genehmigungen noch eine ausreichende Annahme des Angebots.
Angebotsunterlagen und Freigaben stehen aus
Die Veröffentlichung des formellen Angebots ist vor dem 15. November geplant. Als Ende der Annahmefrist wird der 18. Dezember angestrebt. Beide Angaben beschreiben den vorgesehenen Ablauf und noch keinen abgeschlossenen Verfahrensschritt.
Auch die Empfehlung zur Annahme steht unter einem Vorbehalt: Die Vorstände wollen zunächst das Angebotsdokument prüfen. Für Aktionäre bleibt dessen Veröffentlichung deshalb der nächste wesentliche Schritt zur Beurteilung der konkreten Angebotsbedingungen.
Der Vollzug setzt eine Mindestannahme von 50 Prozent plus einer Aktie voraus, eigene Aktien ausgenommen. B&C Holding hat bereits zugesagt, das Angebot für ihren Anteil von rund 15 Prozent anzunehmen.
Diese Zusage unterstützt die Transaktion, erfüllt die Mindestannahmebedingung jedoch nicht allein. Zusätzlich müssen Freigaben für ausländische Direktinvestitionen in Österreich, Australien, Italien und Großbritannien vorliegen.
Für diese Freigaben nennt die Vereinbarung den 30. Juni 2027 als Frist. Bei einem aktuellen Kurs von 35,54 € notiert die Steyr-Motors-Aktie unter dem angekündigten Barangebot. Die vertraglichen Schutzbestimmungen sind nun konkret; der Abschluss bleibt von Annahmequote und Behördenentscheidungen abhängig.
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