Stifel, Aktie

Stifel Aktie: Vermögensverwaltung trägt

Veröffentlicht am: 21.10.2026 um 16:59 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Stifels Vermögensverwaltung erzielt 980 Millionen Dollar Umsatz, während das institutionelle Geschäft und das Investmentbanking nachgeben.
Abstrakte Darstellung von moderner Vermögensverwaltung in einer professionellen Büroumgebung bei Sonnenuntergang. Illustration mit AI erstellt.

Rekordgeschäft in der Vermögensverwaltung, Schwäche im Investmentbanking und Handel: Stifel hat im dritten Quartal ein gemischtes Bild geliefert. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag mit 1,46 Dollar zwei Cent unter der Markterwartung. Der Umsatz verfehlte die Prognose mit 1,43 Milliarden Dollar ebenfalls leicht.

Im vorbörslichen Handel gab die Aktie nach. Im Verlauf des Vormittags hatte sie zwischenzeitlich noch im Plus notiert, die Richtung blieb also uneinheitlich. Das Papier bewegt sich nahe seinem Jahrestief.

Zwei Geschäftsbereiche, zwei Richtungen

Die Sparte Global Wealth Management erzielte einen Rekordumsatz von 980 Millionen Dollar, ein Plus von acht Prozent. Treiber waren höhere Verwaltungsgebühren und ein gestiegener Zinsüberschuss. Die Kundenvermögen wuchsen auf 576 Milliarden Dollar. Die Bank vergab im Quartal zudem Kredite im Volumen von 1,3 Milliarden Dollar zusätzlich.

Das institutionelle Geschäft bremste. Der Umsatz fiel um 14 Prozent auf 430 Millionen Dollar. Der Handel mit Anleihen brach um 34 Prozent ein, der Aktienhandel um 29 Prozent. Das Management verweist auf Verluste durch die sprunghaft gestiegenen Zinsen im September und auf die Neuaufstellung des Europa-Geschäfts.

Im Investmentbanking ging der Umsatz um sechs Prozent zurück. Der Vorstand spricht von einer „finanzbedingten Pause" und nicht von abgesagten Transaktionen. Das vierte Quartal sei gut gestartet.

Kosten, Kapital und die Meow-Beteiligung

Die Kostenquote für Vergütungen sank auf 56,6 Prozent, den tiefsten Wert seit dem vierten Quartal 2022. Die Marge vor Steuern lag bei 22,5 Prozent. Das stützte den Gewinn trotz stagnierender Erlöse.

Stifel kaufte im Quartal 1,6 Millionen eigene Aktien zurück. Die Kernkapitalquote bleibt mit 10,8 Prozent solide, überschüssiges Kapital beziffert das Unternehmen auf rund 360 Millionen Dollar.

Strategisch setzt Stifel auf eine Beteiligung am Fintech Meow Technologies, verbunden mit einer langfristigen Lizenzvereinbarung. Die Plattform soll Konten, Zahlungsverkehr und Stablecoin-Umtausch für Venture- und Fondskunden bündeln. Ziel sind mehr Einlagen ohne neue Filialen.

CEO Ron Kruszewski hält die Bewertung für zu niedrig: Stifel notiere mit dem Neunfachen des erwarteten Gewinns, Raymond James mit dem 10,2-Fachen, Morgan Stanley mit dem 13-Fachen. Auf die Frage nach einem möglichen Zusammenschluss lehnte er Fusionen mit weniger renditestarken Partnern ab.

Ausblick

Für das vierte Quartal peilt das Management einen Umsatz auf Vorjahresniveau von 1,56 Milliarden Dollar an, der Gewinn je Aktie soll steigen. Der Zinsüberschuss in der Vermögensverwaltung soll zwischen 295 und 305 Millionen Dollar liegen. Beim Kreditwachstum strebt Stifel für 2026 rund vier Milliarden Dollar an, 3,6 Milliarden sind bereits erreicht. Konkretere Aussagen zu 2027 will der Vorstand mit den nächsten Quartalszahlen vorlegen.

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