Südzucker Aktie: Dürre überschattet Gewinnsprung
Veröffentlicht am: 08.10.2026 um 08:12 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Höhere Ethanolpreise und Kostensenkungen treiben die Ergebnisse, die Rübenernte leidet unter der Trockenheit. Südzucker legt für das erste Halbjahr des Geschäftsjahres 2026/27 starke Zahlen vor und hebt die Untergrenze der Jahresprognose an. Zugleich warnt der Konzern vor deutlich geringeren Zuckermengen in der Kampagne 2026.
Ethanol und Spezialprodukte tragen
Das operative EBITDA stieg im ersten Halbjahr auf 303 Millionen Euro, nach 189 Millionen Euro im Vorjahr. Der Umsatz blieb mit 4,19 Milliarden Euro praktisch stabil. Die Prognose für das operative EBITDA liegt nun bei 540 bis 680 Millionen Euro.
Bisher standen 480 bis 680 Millionen Euro im Plan, diese Spanne hatte der Konzern am 28. September genannt. Auch die Umsatzerwartung steigt auf 8,3 bis 8,7 Milliarden Euro.
Den größten Sprung machte die Bioethanol-Tochter CropEnergies. Ihr operatives EBITDA kletterte auf 68 Millionen Euro, nach nur 4 Millionen Euro im Vorjahr. Treiber waren deutlich höhere Ethanolpreise und merklich niedrigere Rohstoffkosten.
Die Spezialprodukte steigerten das EBITDA auf 140 Millionen Euro, nach 115 Millionen Euro. Höhere Absatzmengen und teils geringere Kosten glichen sinkende Preise mehr als aus. Die Stärke profitierte von besseren Ethanolmargen und erreichte 36 Millionen Euro, nach 29 Millionen Euro.
Zucker bleibt die Baustelle
Im Zuckersegment fiel der Umsatz auf 1,27 Milliarden Euro, nach 1,39 Milliarden Euro. Niedrigere Preise und geringere Mengen belasteten. Der operative EBITDA-Verlust verringerte sich dennoch auf 24 Millionen Euro, nach 46 Millionen Euro, weil die Produktionskosten in der Kampagne 2025 weiter sanken.
Schwächster Bereich war Frucht mit einem EBITDA von 83 Millionen Euro, nach 87 Millionen Euro. Eine Begründung lieferte das Unternehmen nicht.
Die Dürre belastet die Aussichten. Anhaltende Hitze und außergewöhnlich wenig Regen verschlechterten seit Juni den Zustand der Rüben spürbar, Süddeutschland und Frankreich traf es am härtesten.
Wegen kleinerer Anbaufläche und deutlich geringerer Erträge dürfte die Zuckerproduktion 2026 spürbar unter dem Vorjahr liegen. Im zweiten Quartal fielen bereits Zusatzkosten an, weil der Konzern in der Kampagne 2026 weniger Verarbeitungskapazität auslasten dürfte.
CEO Niels Pörksen sieht den Konzern bei Effizienz und Kostensenkung auf Kurs: "Wir sind auf einem guten Weg und sehen erste Erfolge." Die wirtschaftlichen Folgen der geopolitischen und globalen Lage seien weiter schwer einzuschätzen, so das Unternehmen.
Die Prognose-Untergrenze von 540 Millionen Euro steht nun als Messlatte. Sie verlangt für die zweite Jahreshälfte ein EBITDA von mindestens 237 Millionen Euro, während Ethanol Rückenwind liefert und die Zuckerkampagne unter der Dürre leidet.
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