Swedbank Aktie: Kapitalpolster wÀchst
Veröffentlicht am: 22.10.2026 um 11:09 Uhr | Redaktion boerse-global.deSwedbank hat im dritten Quartal die KonsensschĂ€tzungen knapp verfehlt, wĂ€hrend die Kapitalbasis stĂ€rker wird. Die Aktie gab im vorbörslichen Handel zeitweise rund vier Prozent nach. Die Zahlen liefern dafĂŒr nur bedingt eine ErklĂ€rung.
Zahlen mit Licht und Schatten
Der Nettogewinn lag bei 8,25 Milliarden Kronen, das entspricht 7,30 Kronen je Aktie. Ein Jahr zuvor waren es 8,51 Milliarden. Der Gesamtertrag stieg im Jahresvergleich um gut fĂŒnf Prozent auf knapp 18 Milliarden Kronen, sank aber gegenĂŒber dem zweiten Quartal leicht.
Der ZinsĂŒberschuss legte zum Vorquartal um drei Prozent zu, der ProvisionsĂŒberschuss um fĂŒnf Prozent. SchwĂ€cher fiel das Handelsergebnis aus. Die Treasury-ErtrĂ€ge litten unter negativen Neubewertungen, die Bank spricht von normaler VolatilitĂ€t. Analysten hatten hier mehr erwartet.
Die Eigenkapitalrendite erreichte 15,6 Prozent. Ohne Sonderkosten von 673 Millionen Kronen, darunter Restrukturierung und ein Vergleich mit einer US-Behörde, wÀren es 16,0 Prozent gewesen. Die KreditqualitÀt blieb robust: Netto standen Auflösungen von Risikovorsorge von 701 Millionen Kronen zu Buche, getrieben auch vom Verkauf notleidender Entercard-Kredite.
Kapital im Mittelpunkt
Die eigentliche Geschichte dĂŒrfte im Kapital liegen. Die harte Kernkapitalquote betrĂ€gt 17,2 Prozent, der Puffer ĂŒber den regulatorischen Anforderungen liegt bei 215 Basispunkten. Die Aufsicht hat zuletzt das Modell fĂŒr Schwedens Hypothekenportfolio genehmigt.
FĂŒr das vierte Quartal rechnet die Bank deshalb mit einem Plus von rund 75 Basispunkten beim Puffer. Im ersten Quartal 2027 schlĂ€gt zusĂ€tzlich der Verkauf des laufenden Entercard-Portfolios positiv zu Buche, wĂ€hrend eine Auflage fĂŒr das baltische Firmenkundenmodell den Puffer um etwa 25 Basispunkte schmĂ€lert.
Das Zielniveau liegt bei 200 Basispunkten. Analysten fragten mehrfach nach Sonderdividenden oder AktienrĂŒckkĂ€ufen. Konzernchef Jens Henriksson wich aus: Man wolle nicht mehr Kapital halten als nötig, die AusschĂŒttungsquote liege bei 60 bis 70 Prozent, und die Freisetzung darĂŒber hinaus bleibe eine Ermessensfrage. Fehlende klare Signale könnten die verhaltene Kursreaktion mit erklĂ€ren.
Kostenziel bleibt, Konkurrenz bleibt hart
Die Kostenprognose fĂŒr 2026 bleibt unverĂ€ndert bei 27,5 Milliarden Kronen, ohne Sonderposten und WĂ€hrungseffekte. Das Sparprogramm soll bis Ende 2028 die jĂ€hrliche Kostenbasis um rund eine Milliarde Kronen senken.
AuffĂ€llig ist das Wachstum im Baltikum. Dort stiegen Hypothekenvolumen und Unternehmenskredite krĂ€ftig, der ZinsĂŒberschuss legte um 11 Prozent zu. In Schweden gingen die Einlagen saisonal zurĂŒck. Der Wettbewerb um Einlagen bleibt laut Management intensiv, ohne dass sich im Quartal etwas geĂ€ndert habe. In Litauen stiegen die Kreditrisikokosten durch einzelne Firmenkunden.
Den nĂ€chsten Fixpunkt setzt der Jahresabschluss: Mit den Zahlen zum vierten Quartal will der Verwaltungsrat seinen Dividendenvorschlag fĂŒr die Hauptversammlung vorlegen.
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