Synsam AB Aktie: Haaland-Effekt zahlt sich aus
Veröffentlicht am: 21.08.2026 um 11:41 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ein Fußballstar als Umsatztreiber, eine Abo-Sparte, die zehn Jahre nach ihrem Start schneller wächst als je zuvor, und Zahlen, die die eigenen Prognosen übertreffen — Synsam liefert im zweiten Quartal 2026 gleich mehrere gute Nachrichten auf einmal. Die Aktie reagierte am Freitag mit einem Kurssprung von rund 7 Prozent.
Der schwedische Optikkonzern steigerte den Nettoumsatz im zweiten Quartal auf 2.049 Millionen Kronen, ein Plus von 11,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Das organische Wachstum zog von 5,6 Prozent im ersten Quartal auf 9,8 Prozent an.
Der Gewinn je Aktie verdoppelte sich nahezu auf 1,35 Kronen von 0,79 Kronen — auch dank eines positiven Steuereffekts von 35 Millionen Kronen aus einem Rechtsstreit mit der schwedischen Steuerbehörde.
Abo-Modell als Wachstumsmotor
Das Synsam-Lifestyle-Abonnement, bei dem Kunden gegen eine monatliche Gebühr regelmäßig neue Brillen und Sehtests erhalten, feierte im Quartal sein zehnjähriges Bestehen.
Passend dazu legte der Umsatz aus diesem Segment um 16,6 Prozent zu, die Zahl der aktiven Abonnenten kletterte auf rund 782.000. Das Wachstumstempo bei Neukunden hat sich zwar von den Spitzenwerten aus 2023 abgeflacht, bleibt mit 12.000 bis 15.000 neuen Kunden pro Quartal aber stabil.
Die operative Marge geriet leicht unter Druck: Das EBIT stieg zwar auf 290 Millionen Kronen von 267 Millionen, die Marge sank aber von 14,2 auf 13,9 Prozent. Grund dafür waren höhere Marketingausgaben rund um die Partnerschaft mit Erling Haaland sowie Personalkosten im Zuge der Expansion.
Finnland wächst am schnellsten, verdient aber am wenigsten
Bei der regionalen Aufschlüsselung zeigt sich ein gespaltenes Bild. Finnland verzeichnete mit 13,9 Prozent das stärkste organische Wachstum aller vier Märkte, das EBIT lag dort aber bei genau null — nach einer Million Kronen im Vorjahr. Das Management erklärte dies mit einem "Kalibrierungsproblem" durch das schnelle Filialwachstum, nicht mit strukturellen Schwächen.
Norwegen und Schweden entwickelten sich dagegen profitabler: Schweden, mit 273 Filialen der größte Markt, steigerte das EBIT auf 240 Millionen Kronen, Norwegen auf 88 Millionen. In Dänemark sorgte eine buchhalterische Änderung bei der Retourenabwicklung für einen technischen Wachstumsschub von 3,9 Prozentpunkten — ein Effekt, der laut Unternehmensangaben bis Jahresende anhalten und sich erst 2027 in den Vergleichszahlen normalisieren dürfte.
Die Nettoverschuldung im Verhältnis zum bereinigten EBITDA sank auf das 1,81-Fache von 1,89 im Vorjahr, obwohl Synsam im ersten Halbjahr Dividenden von 256 Millionen Kronen ausschüttete und eigene Aktien im Wert von 86 Millionen Kronen zurückkaufte. Nach Quartalsende kaufte das Unternehmen weitere 761.000 eigene Aktien für 42 Millionen Kronen zurück.
Für das laufende dritte Quartal plant Synsam zwei bis vier weitere Filialeröffnungen, um das Ziel von 90 neuen Standorten im Zeitraum 2024 bis 2026 zu erreichen — bislang wurden 82 realisiert. Zudem testet der Konzern erstmals Onlineverkäufe in sechs europäischen Märkten außerhalb der Nordics, flankiert von der Haaland-Kollektion, die laut Management bereits neue Kundengruppen erreicht hat.
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