Take-Two: Multiplayer-Modus erst 2027
Veröffentlicht am: 19.09.2026 um 23:27 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der US-Videospielkonzern Take-Two Interactive steuert bei seinem wichtigsten Hoffnungsträger Grand Theft Auto VI auf eine gestaffelte Markteinführung zu. Das Spiel soll am 19. November 2026 zunächst ausschließlich als Einzelspieler-Erlebnis für PlayStation 5 sowie Xbox Series X und S auf den Markt kommen. Die für die dauerhafte Monetarisierung entscheidende Mehrspieler-Komponente wird das Veröffentlichungspaket zum Start nicht begleiten.
Diese Trennung von Handlungskampagne und Mehrspieler-Welt folgt einer klaren wirtschaftlichen Logik. Das bisherige GTA Online spült seit Jahren verlässlich Erlöse in die Kassen des Publishers. Das Angebot soll auch nach dem Start des neuen Titels weiter mit frischen Spielinhalten versorgt werden. Take-Two vermeidet damit einen abrupten Übergang und hält die wiederkehrenden Einnahmen stabil, bis das Nachfolgesystem einsatzbereit ist.
Neuer Mehrspielermodus erst im Folgejahr
In einem Interview mit der Nachrichtenagentur Bloomberg dämpfte Twitch-Chef Dan Clancy die Erwartungen an einen schnellen Start des Online-Teils. Nach Gesprächen mit dem Entwickler Rockstar Games sei ein neuer Mehrspielermodus erst für das Jahr 2027 zu erwarten. Das Studio selbst hat dieses Zeitfenster zwar nicht offiziell bestätigt, doch das Muster passt zu früheren Veröffentlichungen des Publishers.
Für den Konzern bedeutet die spätere Online-Schaltung eine Gratwanderung. Einerseits verringert der Verzicht auf einen gleichzeitigen Mehrspieler-Start den technischen Druck auf die Serverinfrastruktur und die Entwicklerteams. Andererseits wächst unter den Aktionären die Unruhe, da die hochmargigen digitalen Verkäufe innerhalb der virtuellen Welt damit zeitlich nach hinten rücken.
Zelnick kontert Kritik an Verzögerungen
Auf der jüngsten Aktionärsversammlung sah sich Take-Two-Chef Strauss Zelnick deutlicher Kritik an den wiederholten Verschiebungen ausgesetzt. Zelnick wies die Vorwürfe zurück und verwies auf die langfristige Wertschöpfung unter seiner Führung.
Seit seinem Amtsantritt im März 2007 hat die Aktie um 1.200 Prozent zugelegt. Aus einem damals kriselnden Unternehmen mit weniger als einer Milliarde US-Dollar Jahresumsatz entstand ein Branchenschwergewicht mit mehr als elf etablierten Marken.
Der Vorstandsvorsitzende macht deutlich, dass Perfektion und Markenpflege für ihn Vorrang vor überstürzten Veröffentlichungsterminen haben. Qualität schütze das Kapital der Anleger besser als das Einhalten kurzfristiger Fristen. Trotz dieser Verteidigung bleibt die Nervosität der Marktteilnehmer spürbar, zumal sich auch andere Plattformen gedulden müssen.
Zurückhaltung am Markt
Die fehlende PC-Ankündigung für GTA VI trübte die Stimmung am vergangenen Donnerstag; seither verlor die Aktie 2,6 Prozent. Zelnick bekräftigte zwar, dass die PC-Plattform für Take-Two zunehmend an Bedeutung gewinne, nannte jedoch keinen Veröffentlichungstermin. Am Freitag beendete der Titel den Handel bei 178,90 Euro. Seit Jahresanfang beläuft sich das Minus der Aktie damit auf 18 Prozent.
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