Take-Two, Discord-Vorladung

Take-Two: Zweite Discord-Vorladung versiegelt

Veröffentlicht am: 02.09.2026 um 13:53 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Take-Two will eine weitere Discord-Vorladung geheim halten. Zugleich übertraf der Umsatz die Prognose, während Aktie und Buchungen nachgaben.

Fotorealistisches Bild eines Gaming-Studios mit Entwicklern an Arbeitsplätzen
Fotorealistisches Studiobüro symbolisiert Take-Two Interactive US8740541094, Entwickler an Multi-Monitor-Arbeitsplätzen mit generischer Spielsoftware Illustration mit AI erstellt.

Take-Two Interactive treibt die juristische Aufklärung des Grand-Theft-Auto-VI-Datenlecks weiter voran. Der Publisher versucht nun, Details einer zweiten Vorladung gegen Discord dauerhaft unter Verschluss zu halten – ein Schritt, der zeigt, wie ernst der Konzern die Ermittlungen im Umfeld der Leak-Affäre nimmt.

Zweite Discord-Vorladung soll geheim bleiben

Anfang September beantragte Take-Two vor einem US-Bundesgericht, die Inhalte einer weiteren an Discord gerichteten Vorladung dauerhaft zu versiegeln. Der Schritt fällt in eine Phase, in der der Konzern bereits zuvor gerichtliche Anordnungen gegen Microsoft und Discord erwirkt hatte, um die Identität der als „Cyberleek" bekannten Person hinter dem GTA-VI-Leak offenzulegen.

Beide Unternehmen sollten ursprünglich bis zum 4. September reagieren. Die Bemühungen, weitere Details geheim zu halten, deuten darauf hin, dass die Ermittlungen über die reine Identifizierung eines einzelnen Nutzers hinausgehen könnten.

Rockstar Games, die Tochtergesellschaft von Take-Two, hatte den Veröffentlichungstermin für Grand Theft Auto VI am vergangenen Freitag auf den 19. November 2026 bestätigt. Trotz des Leaks blieb der Konzern damit bei seinem Zeitplan – ein Signal an Investoren, dass die Produktion nicht aus dem Takt geraten ist. Seit der Terminbestätigung hat die Aktie allerdings 7,4 Prozent verloren.

Quartalszahlen mit gemischtem Bild

Die zuletzt vorgelegten Geschäftszahlen für das erste Quartal des Fiskaljahres 2027 fielen bei Take-Two zweigeteilt aus. Der Umsatz erreichte 1,53 Milliarden US-Dollar und übertraf die von Analysten erwartete Marke von 1,36 Milliarden US-Dollar deutlich.

Bei der Gewinnkennziffer auf GAAP-Basis wies der Konzern hingegen einen Verlust von 0,18 US-Dollar pro Aktie aus. Die Nettobuchungen – eine von Take-Two gesondert ausgewiesene Kennziffer für digitale Umsätze – lagen dem Bericht zufolge 2,1 Prozent unter dem Vorjahreswert.

Diese Mischung aus Umsatzstärke und operativem Gegenwind erklärt zumindest teilweise, warum die Aktie trotz der positiven Umsatzüberraschung unter Druck bleibt. Sie notiert aktuell bei 188,20 Euro und damit 19 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 231,40 Euro, das im Juli erreicht wurde. Der relative Stärkeindex von 34,2 signalisiert eine überverkaufte Situation, was bei institutionellen Anlegern offenbar als Einstiegschance gewertet wird.

Institutionelle Investoren bauen Positionen auf

Während der Kurs schwächelt, zeigen sich mehrere institutionelle Anleger unbeeindruckt. Die Manufacturers Life Insurance Company erwarb Ende August rund 87.000 Aktien von Take-Two, wie aus einer Pflichtmitteilung hervorgeht. Commerce Bank stockte zuvor um gut 14.500 Aktien auf, und BTG Pactual Asset Management baute seine Position ebenfalls weiter aus.

Diese Käufe fallen in eine Phase, in der ein Großaktionär vor rund zwei Wochen seine Beteiligung öffentlich gemacht hatte – seither hat die Aktie 10,1 Prozent verloren. Die Diskrepanz zwischen institutionellem Kaufinteresse und der schwachen Kursentwicklung wirft die Frage auf, ob der Markt die operativen Zahlen stärker gewichtet als das große Zukunftsversprechen rund um Grand Theft Auto VI.

Medienberichten zufolge bleibt die Stimmung unter Analysten insgesamt optimistisch, ohne dass in den vergangenen Wochen frische Kursziel-Anpassungen bekannt wurden. Für Anleger bleibt damit die juristische Aufarbeitung des Leaks ein weiterer Unsicherheitsfaktor auf dem Weg zum Novembertermin.

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