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Tata Steel Aktie: HSBC bleibt trotz Kartellvorwürfen bei Kaufen

Veröffentlicht am: 23.10.2026 um 08:03 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Umsatz und Nettogewinn stiegen im ersten Quartal; Schuldenabbau und CCI-Verfahren bleiben wichtige offene Punkte.
Moderne, industrielle Stahlproduktion in atmosphärischem Licht, symbolisiert Marktstabilität und Industrie. Illustration mit AI erstellt.

HSBC hält trotz des Kursdrucks an seiner Kaufempfehlung für Tata Steel fest. Das heute bekräftigte Kursziel liegt bei 260 Rupien. Die Analysten setzen auf sinkende Nettoschulden und eine langfristig gesicherte Eisenerzversorgung. An der Börse überzeugt das zunächst nicht: Die Aktie verliert heute -4,1%.

Bilanz und Rohstoffversorgung als Argumente

HSBC erwartet, dass Tata Steel seine Nettoverschuldung in den nächsten zwei Jahren reduziert. Zudem soll die Eigenversorgung mit Eisenerz auch nach 2030 mehr als 25 % betragen. Damit beruht die positive Einschätzung auf konkreten Erwartungen an die Bilanz und die Rohstoffbasis.

Für Anleger sind das unterschiedliche Argumente: Der erwartete Schuldenabbau betrifft die finanzielle Entwicklung, die Eisenerzversorgung die längerfristige Aufstellung. Beides sind Bestandteile der Analysteneinschätzung und keine bereits vollständig erreichten Ziele. Die Kaufempfehlung richtet den Blick damit über die aktuelle Kursschwäche hinaus.

Auch die Geschäftszahlen liefern Anhaltspunkte für die optimistische Bewertung. Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2026/27 erzielte Tata Steel einen Umsatz von 60.794 crore Rupien. Das entsprach einem Anstieg um 14,32 % gegenüber dem Vorjahresquartal.

Der Zuwachs beschränkte sich nicht auf die Erlöse. Auch unter dem Strich verbesserte sich das Ergebnis, was die positive Einschätzung der Geschäftsentwicklung stützt.

Der Nettogewinn erreichte 2.385 crore Rupien und lag damit 18,83 % über dem Vorjahreswert. Das Gewinnwachstum fiel somit stärker aus als das Umsatzwachstum.

Kartellvorwürfe begrenzen das positive Bild

Neben den Geschäftszahlen steht ein regulatorisches Risiko. Laut Reuters stellte die indische Wettbewerbsbehörde CCI in einem vertraulichen Dokument mutmaßliche Kartellrechtsverstöße durch Preisabsprachen fest. Zu den betroffenen Unternehmen gehören Tata Steel, JSW Steel und SAIL sowie weitere Gesellschaften.

Die Vorwürfe betreffen auch Führungskräfte. Genannt wird unter anderem Tata-Steel-Chef T. V. Narendran. Insgesamt sollen 56 Führungskräfte für unterschiedliche Zeiträume zwischen 2015 und 2023 verantwortlich sein.

Eine endgültige Entscheidung liegt noch nicht vor. Die CCI-Führung prüft die Feststellungen; die Betroffenen können Stellung nehmen. Erst anschließend wird eine abschließende Entscheidung erwartet. Dieser Prozess könnte mehrere Monate dauern. Die Untersuchung ist damit fortgeschritten, aber nicht abgeschlossen.

Zwei unterschiedliche Bewertungsfragen

Die optimistische HSBC-Einschätzung und das Wettbewerbsverfahren betreffen unterschiedliche Seiten der Anlageentscheidung. Umsatz- und Gewinnwachstum stützen das operative Bild. Der erwartete Schuldenabbau muss sich dagegen erst materialisieren, während der Ausgang des CCI-Verfahrens offen ist.

Das Kursziel ist deshalb eine Analystenerwartung und keine Zusage. Für Tata Steel stehen nun die weitere Bilanzentwicklung und die abschließende Bewertung der Kartellvorwürfe im Mittelpunkt.

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